Reite bitte nicht auf meinem Wort Buße = Umkehr um. Das hebräische Wort "schub" und das griechische "metanoia" meint ein Umdenken. Dazu ist es nötig, dass Gottes Güte meinen Sinn erneuert. Ja! Aber: die Bibel redet doch oft von "Buße würdigen Werken". Und das ist es, was ich in meiner vorigen Email klarmachen wollte. Es kommt eben nicht nur auf meinen "Glauben" an, sondern auf meine Taten - denn Jakobus 2 "17 So ist es auch mit dem Glauben: Wenn er keine Werke hat, so ist er an und für sich tot. 20 Willst du aber erkennen, du nichtiger Mensch, dass der Glaube ohne die Werke tot ist?". Der Jakobusbrief ist zwar an die Juden geschrieben, aber ich werde zeigen, dass Deine Einteilung biblisch nicht haltbar ist. Vorher noch die Bemerkung, dass ich die deutsche Redewendung "Buße tun" eigentlich als sehr treffend formuliert finde. Es geht um ein Umdenken, was sich in meinen Taten zeigt. Ich hoffe jetzt meinerseits, dass Du verstanden hast, was ich mit Buße meine. Wenn Gott die 10 Gebote ausschließlich dem Volk Israel gegeben hätte ohne irgendeine Bedeutung für den Rest der Welt, wäre das nicht schiere Schikane der Juden? Bitte vergiss nicht, dass diese Gebote das Zusammenleben geregelt haben. Ein Verstoß gegen eins dieser Gebote bedeutete doch, dass einem anderen Menschen Unrecht getan wurde, z.B. beim Ehebruch, Diebstahl oder Mord. Das heißt, dass man einen anderen, von Gott genauso geliebten Menschen, verletzt hatte. Wie kann Gott das nicht ärgern? Meinst Du, es tut mir nicht weh, wenn sich Nick und Kai streiten? Daher entspricht es Gottes Willen für alle Menschen, diese Gebote zu halten. Und ein Verstoß dagegen ist Sünde und erregt den Zorn - egal, wer das tut, und auch egal, ob er die Gebote kannte oder nicht (denn jeder kennt sie). Ich werde Dir nachher noch die Bibelstellen dazu zeigen. Aus Deiner Sicht sollten also die Juden Buße tun, während die Heiden nur den Glauben anzunehmen bräuchten. Was sagt Jesus aber zum Juden Nikodemus in Johannes 3, und zur Samariterin in Johannes 4? Genau anders herum: Johannes 3 "7 Wundere dich nicht, dass ich dir gesagt habe: Ihr müsst von Neuem geboren werden!" - anstatt hier die Buße zu erwähnen, spricht Jesus "nur" von der Neugeburt. Während er bei der Samariterin Scham erregen und sie damit zum Umdenken bewegen will: Johannes 4 "18 Denn fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann. Da hast du die Wahrheit gesprochen!" Warum ist das hier also andersrum? Weil es völlig unerheblich ist, aus welcher Nationalität der sündige Mensch kommt - er soll erkennen, dass er auf einem völlig falschen Weg gewesen ist, und das sein Denken erneuert werden muss: Römer 12, "2 Und passt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern lasst euch [in eurem Wesen] verwandeln durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist.". Bedenke: hier steht nicht so etwas wie "Ihr wurdet verwandelt und habt einen neuen Sinn", sondern dass wir Christen uns verwandeln LASSEN SOLLEN. Also wird auch hier dem Christen eine aktive Rolle zugesprochen bei dem PROZESS. Ein bisschen Recht hast Du natürlich: die Gebote wurden erst einmal nur den Juden gegeben. Die Heiden kannten sie nicht (schriftlich). Aber in Römer 1 steht: "19 weil das von Gott Erkennbare unter ihnen offenbar ist, da Gott es ihnen offenbar gemacht hat; 20 denn sein unsichtbares Wesen, nämlich seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit Erschaffung der Welt an den Werken durch Nachdenken wahrgenommen, sodass sie keine Entschuldigung haben." Das heißt, dass niemand eine Entschuldigung hat - ob er die Gebote gelesen hat oder nicht. Bevor ich da noch tiefer einsteige, erst einmal ein paar Bibelstellen, die zeigen, dass Buße für beide, für Juden und Heiden, äußerst wichtig, wenn nicht gar das entscheidende Kriterium ist: Lukas 24: "46 So steht es geschrieben, und so musste der Christus leiden und am dritten Tag aus den Toten auferstehen, 47 und in seinem Namen soll Buße und Vergebung der Sünden verkündigt werden unter allen Völkern, beginnend in Jerusalem." Apg 26,20: "sondern verkündigte zürst denen zu Damaskus und Jerusalem und in alle Gegend des jüdischen Landes und auch der Heiden, daß sie Buße täten und sich bekehrten zu Gott und täten rechtschaffene Werke der Buße." Oder: Werke, die der Buße würdig sind! Apg 17,30-31: "Und zwar hat Gott die Zeit der Unwissenheit übersehen; nun aber gebietet er allen Menschen an allen Enden, Buße zu tun, 31 darum daß er einen Tag gesetzt hat, an welchem er richten will den Kreis des Erdbodens mit Gerechtigkeit durch einen Mann, in welchem er's beschlossen hat und jedermann vorhält den Glauben, nachdem er ihn hat von den Toten auferweckt" Apg 11,18: "Da sie das hörten schwiegen sie still und lobten Gott und sprachen: So hat Gott auch den Heiden Buße gegeben zum Leben!" Apg 20,21: "und habe bezeugt, beiden, den Juden und Griechen, die Buße zu Gott und den Glauben an unsern HERRN Jesus Christus." Jetzt zum Römerbrief, ein Brief an die Heiden oder in göttlicher Vorsehung gerade an Rom, an den Vatikan...: der Römerbrief mit seiner gründlichen Abhandlung über dieses Thema zeigt deutlich, dass es durch Jesus keinen Unterschied mehr gibt in Bezug auf die Notwendigkeit, Buße zu tun. Also, wie schon gesagt, zählt die Entschuldigung nicht, man hätte ja keine Gebote gehabt - man ist trotzdem schuldig: Römer 1 "18 Denn es wird geoffenbart Gottes Zorn vom Himmel her über alle Gottlosigkeit7 und Ungerechtigkeit der Menschen, welche die Wahrheit durch Ungerechtigkeit aufhalten, 19 weil das von Gott Erkennbare unter ihnen offenbar ist, da Gott es ihnen offenbar gemacht hat; 20 denn sein unsichtbares Wesen, nämlich seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit Erschaffung der Welt an den Werken durch Nachdenken wahrgenommen, sodass sie keine Entschuldigung haben. 21 Denn obgleich sie Gott erkannten, haben sie ihn doch nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt, sondern sind in ihren Gedanken in nichtigen Wahn verfallen, und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert." Abgerechnet wird bei allen aus demselben Grund: Römer 2 "6 der jedem vergelten wird nach seinen Werken: 7 denen nämlich, die mit Ausdaür im Wirken des Guten Herrlichkeit, Ehre und Unvergänglichkeit erstreben, ewiges Leben; 8 denen aber, die selbstsüchtig und der Wahrheit ungehorsam sind, dagegen der Ungerechtigkeit gehorchen, Grimm und Zorn! 9 Drangsal und Angst über jede Menschenseele, die das Böse vollbringt, zürst über den Juden, dann auch über den Griechen;" Denn diese Art Grundgesetz ist in die Herzen der Menschen weltweit geschrieben (und so ähneln sich ja auch weltweit alle Moralvorstellungen): Römer 2 "11 Denn bei Gott gibt es kein Ansehen der Person; 12 alle nämlich, die ohne Gesetz gesündigt haben2, werden auch ohne Gesetz verlorengehen; und alle, die unter dem Gesetz3 gesündigt haben, werden durch das Gesetz verurteilt werden 13 — denn vor Gott sind nicht die gerecht, welche das Gesetz hören, sondern die, welche das Gesetz befolgen, sollen gerechtfertigt werden. 14 Wenn nämlich Heiden, die das Gesetz nicht haben, doch von Natur aus tun, was das Gesetz verlangt, so sind sie, die das Gesetz nicht haben, sich selbst ein Gesetz, 15 da sie ja beweisen, dass das Werk des Gesetzes in ihre Herzen geschrieben ist, was auch ihr Gewissen bezeugt, dazu ihre überlegungen, die sich untereinander verklagen oder auch entschuldigen — 16 an dem Tag, da Gott das Verborgene der Menschen durch Jesus Christus richten wird nach meinem Evangelium." Auch Heiden haben ein Gewissen, das ihnen etwas bezeugt, und damit beweisen sie, dass das Gesetz in ihrer Herzen geschrieben ist. Das kann man übrigens wunderbar an Konfuzius sehen: der philosophische Vater Chinas hatte noch nie irgendetwas von Gottes Wort gelesen oder gehört - und entwickelte trotzdem vor 3000 Jahren eine Moralvorstellung, die der Bibel sehr ähnelt: Respekt / Gehorsam im Austausch gegen Verantwortung in jeder Art von Gesellschaftsbeziehung: Mann - Frau, Eltern - Kind, Diener - Chef, Bürger - Regierung. So zählt dieses Gesetz für alle, ob man es nun gelesen hat oder nicht. Der einzige Unterschied ist der, dass die Juden es "schwarz auf weiß" hatten: Römer 5 "20 Das Gesetz aber ist daneben hereingekommen, damit das Maß der übertretung voll würde" Und jetzt kommt ein wichtiger Gedankengang von Paulus: Römer 2 "28 Denn nicht der ist ein Jude, der es äußerlich ist; auch ist nicht das die Beschneidung, die äußerlich am Fleisch geschieht; 29 sondern der ist ein Jude, der es innerlich ist, und [seine] Beschneidung [geschieht] am Herzen, im Geist, nicht dem Buchstaben nach. Seine Anerkennung kommt nicht von Menschen, sondern von Gott." Wer sich also "innerlich beschneiden" lässt von Gott, ist ein Jude - soll in dem Zusammenhang heißen "gehört zu Gottes Volk". Die "völkische" Einteilung zählt eigentlich also gar nicht. So gesehen ist eine Unterscheidung nicht möglich: denn alle wissen, wie sie sich eigentlich verhalten sollten. übertretung bewirkt Zorn, und alle sind gleichermaßen schuldig! Gott ist nicht ungerecht, wenn er - aufgrund seines Zornes - ALLE nach dem Gesetz richten wird: Römer 3 "5 Wenn aber unsere Ungerechtigkeit Gottes Gerechtigkeit beweist, was sollen wir sagen? Ist Gott etwa ungerecht, wenn er das Zorngericht verhängt? (Ich rede nach Menschenweise.) 6 Das sei ferne! Wie könnte Gott sonst die Welt richten?" ALLE sind Sünder: Römer 3 "9 Wie nun? Haben wir etwas voraus? Ganz und gar nicht! Denn wir haben ja vorhin sowohl Juden als Griechen beschuldigt, dass sie alle unter der Sünde sind, 19 Wir wissen aber, dass das Gesetz alles, was es spricht, zu denen sagt, die unter dem Gesetz sind, damit jeder Mund verstopft werde und alle Welt vor Gott schuldig sei," Das Gesetz spricht in seiner schrifltichen Form zu den Juden, doch: JEDER Mund wird verstopft, weil ALLE Welt gleichermaßen schuldig ist. Gott hat nicht zwei Wege: Römer 3 "30 Denn es ist ja ein und derselbe Gott, der die Beschnittenen aus Glauben und die Unbeschnittenen durch den Glauben rechtfertigt." Der Wortunterschied "Beschnittenen aus Glauben" und "Unbeschnittenen durch Glauben" verdeutlicht lediglich, dass die Juden eben schon einen Bund mit Gott besaßen. Gott ist zornig - wann immer gesündigt wird, ob Jude oder Heide, denn das Gesetz ist universal: Römer 4 "15 Das Gesetz bewirkt nämlich Zorn; denn wo kein Gesetz ist, da ist auch keine übertretung." Hier in Römer 4 erklärte Paulus bereits (in Kapitel 2, s.o.), dass das Gesetz in die Herzen geschrieben wurde. Und die übertretung des Gesetzes (dh. die Verletzung der natürlichen Moralvorstellung) bewirkt Zorn. Und daher ist es wichtig für JEDEN Menschen, dass er umdenkt, dass er Buße tut und in den Prozess der Umgestaltung BEWUSST (dh. im Wissen, was ihn eine Bekehrung kostet) einsteigt: Lukas 14 "27 Und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachkommt, der kann nicht mein Jünger sein. 28 Denn wer von euch, der einen Turm baün will, setzt sich nicht zuvor hin und berechnet die Kosten, ob er die Mittel hat zur gänzlichen Ausführung". 2. Petrus 3, "9 Der Herr zögert nicht die Verheißung hinaus, wie etliche es für ein Hinaußögern halten, sondern er ist langmütig gegen uns, weil er nicht will, dass jemand verlorengehe, sondern dass jedermann Raum zur Buße habe." ========================================= Epheser 2 Denn er ist unser Friede. Er hat aus beiden eins gemacht und die Zwischenwand der Umzäunung,[8]die Feindschaft, in seinem Fleisch abgebrochen. 15 Er hat das Gesetz[9] der Gebote in Satzungen beseitigt, um die zwei – Frieden stiftend – in sich selbst zu einem neuen Menschen zu schaffen 16 und die beiden in einem Leib mit Gott zu versöhnen durch das Kreuz, durch das er[10] die Feindschaft getötet hat. 17 Und er kam und hat Frieden verkündigt[11] euch, den Fernen, und Frieden den Nahen. 18 Denn durch ihn haben wir beide durch einen Geist den Zugang zum Vater. Epheser 4 3 Befleißigt euch, die Einheit des Geistes zu bewahren durch das Band des Friedens: 4 Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen worden seid in einer Hoffnung eurer Berufung! 5 Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, 6 ein Gott und Vater aller, der über allen und durch alle und in allen[2] ist. Galater 3 28 Da ist nicht Jude noch Grieche[13], da ist nicht Sklave noch Freier, da ist nicht Mann und Frau[14]; denn ihr alle seid einer in Christus Jesus.