Die speziellen Gaben Hallo Sammy, vielen Dank für Deine Email. Ist echt gut, dass wir miteinander reden können. Und auch, wenn ich, wie gesagt, die Stellen, die Du zitierst, anders verstehe und auch den Zusammenhang, in den Du sie stellst, meisten als nicht vereinbar mit ihnen sehe, toleriere ich Deine Ansicht. Da ich weiß, dass ich eben auch nur ein Jünger bin, der auf dem Weg ist und noch nicht "von Angesicht zu Angesicht" sieht - so, wie Du das ja auch beschrieben hast. Eigentlich könnten wir also das Thema wechseln. Aber es ist ja auch schön - das hast Du ja auch geschrieben. Daher wage ich, noch einmal einen Gedankengang darzulegen. Und zwar: wie man eine Bibelstelle richtig auslegt. Ein heißes Eisen, dessen bin ich mir bewusst. Während ich das Thema anpackte, wurde mir je länger, je öfter klar, wieviel mehr ich außer dem jeweiligen Abschnitt noch bearbeiten müsste, um zu einer einheitlichen und zufriedenstellenden Lösung zu finden, und so wuchs das Dokument immer mehr an. Es hat aber auch richtig viel Freude bereitet! Die inhaltliche Strukturierung hab ich jedoch erst gegen Schluss hinzugefügt. Daher kann man das Dokument wahrscheinlich nur dann verstehen, wenn man es am Stück liest – also hintereinander, nicht durcheinander. Und wenn Du an einem Thema Einwände oder Rückfragen hast, lies bitte auch erst einmal fertig – vielleicht werden sie dann noch beantwortet. Wahrscheinlich ist es sogar sinnvoll, dass wenn Du am Ende angelangt bist, Du die Auslegungen zu den missverstandenen Stellen noch einmal liest. Dann hast Du ein besseres Gesamtverständnis von meiner Auffassung. Und so hat sich auch der Fokus dieses Dokuments im Laufe seiner Entstehung verschoben oder erweitert. Anfangs wollte ich nur über die richtige Exegese (Bibelauslegung) sprechen, aber erkannte dann, dass ich es gleich in die Tat umsetzen muss, damit man die Konsequenzen gleich sieht … Und so ist diese kleine Arbeit über „die speziellen Gaben“ entstanden. Die speziellen Gaben Inhalt Regeln zur richtigen Exegese ........................................................................................................................ 4 Erläuterungen dazu ....................................................................................................................................... 5 a. Kontext, Adressaten, Allgemeingültigkeit......................................................................................... 5 b. Gute Übersetzung, richtiger Urtext .................................................................................................. 6 c. Genaues Lesen .................................................................................................................................. 7 b. Auslegungsmöglichkeiten ................................................................................................................. 7 c. Finale Aussage................................................................................................................................... 8 d. Konsequenzen ................................................................................................................................... 8 e. Zusammenfassung ............................................................................................................................ 9 Beispiele missverstandener Stellen ............................................................................................................ 10 a. 1 Pet 2,21: "Denn dazu seid ihr berufen, weil auch Christus für uns gelitten und uns ein Vorbild hinterlassen hat, damit ihr seinen Fußstapfen nachfolgt.". ............................................................... 10 b. Mark 9,23: "Jesus aber sprach zu ihm: Du sagst: Wenn du kannst! Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt". .................................................................................................................................... 10 c. Joh 14,12: "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und wird größere als diese tun; denn ich gehe zum Vater". .................................... 10 d. Mark 16,17: "Diese Zeichen aber werden denen folgen, die glauben: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen[5] reden;" ................................... 11 e. Luk 11,11: "Wo bittet unter euch ein Sohn den Vater um einen Fisch, und der gibt ihm statt des Fisches eine Schlange? 12 Oder auch, wenn er um ein Ei bäte – er wird ihm doch nicht einen Skorpion geben? 13 Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird der Vater, der vom Himmel ⟨gibt⟩, ⟨den⟩ Heiligen Geist geben[2] denen, die ihn bitten! " ............................................................................................................................................... 13 f. Matt 10,8: "Macht Kranke gesund, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus. Umsonst habt ihr's empfangen, umsonst gebt es auch." ................................................................... 16 g. Schlussgedanken ............................................................................................................................. 17 Zum 1. Korintherbrief ................................................................................................................................. 17 a. Übersicht der Kapitel 1-11 .............................................................................................................. 17 b. Kapitel 12-13 ................................................................................................................................... 19 c. Konsequenzen ............................................................................................................................. 19 d. Kapitel 14: der richtige Umgang ..................................................................................................... 20 e. Sollen alle in Sprachen reden? ........................................................................................................ 23 f. Anmerkungen zur Prophetie und Weissagung ............................................................................... 23 g. Anmerkungen zur Heilung .............................................................................................................. 26 Die speziellen Gaben  Gott will auch, dass wir manchmal krank sind................................................................................ 26  Gott ist souverän............................................................................................................................. 28  Die Heilungen im neuen Testament ............................................................................................... 29 Warum „benötigt“ Jesus zwei Anläufe in Mk 8,22-26? ...................................................................... 33 h. Zusammenfassung .......................................................................................................................... 35 Die Apostelgeschichte ................................................................................................................................. 35 b. Einleitung: der Heilige Geist ............................................................................................................ 35 c. Konsequenzen ................................................................................................................................. 37 d. Die Ausnahmen in der Apostelgeschichte ...................................................................................... 38 d. Gibt es moderne Apostel? .............................................................................................................. 40 e. Wie wird man geisterfüllt?.............................................................................................................. 42 Schluss ......................................................................................................................................................... 43 Die speziellen Gaben Regeln zur richtigen Exegese Ich möchte anhand der jetzt schon mehrmals zitierten Bibelstelle 2. Tim 3,14 etwas demonstrieren: den Unterschied von Exegese zu Eisegese. Das eine ist das Herauslesen, und das andere das Hineinlesen. Herauslesen sollen wir tun, Hineinlesen aber nicht. Die Bibelstelle eignet sich gut dafür, weil sie "unverbrannt" ist (im Gegensatz z.B. zu den Stellen aus 1. Kor 14), und auch keine zentrale theologische Relevanz - aber auf der anderen Seite eben doch genug, sonst würde wir uns ja nicht immer wieder daran ein wenig reiben... Also ein paar Regeln, die mir im Laufe der intensiven Beschäftigung mit dem Thema eingefallen sind (wobei ich ein Laie bzw. Autodidakt bin und mir sicher bin, dass das nicht 100% korrekt oder vollständig ist): - - - - - Kontext, Kontext, Kontext: o Was steht vorher, was steht danach? o Was ist der aktuelle Gedankengang? o Wie wird die Stelle durch den unmittelbaren Zusammenhang eingebettet? o Was sagt die Stelle aus? Was nicht? wer ist der Adressat: o zu welcher Zeit wurde es geschrieben? o zu welcher Gruppe: Christen, Heiden, Menschen im Allgemeinen, Frauen, Männer etc. o von welcher Stadt, zu welcher Stadt? zu welcher Zeit? o gab es besonders zu beachtende kulturelle / philosophische / religiöse Einflüsse? o was sagen andere Bücher der Bibel, die zur selben oder fast zur selben Zeit geschrieben wurden? handelt es sich in erster Linie um eine historische Erzählung? o oder um eine wörtlich zu nehmende Aussage? folgt die Aussage ihrer eigenen Logik? o oder handelt es sich um eine Bildaussage, eine Metapher? könnte man einzelne Wörter anders verstehen, um die Einheit oder Logik wiederherzustellen? Handelt es sich um eine allgemeine Aussage? Das kann erst der Fall sein, o wenn es allgemein formuliert ist, z.B. durch „dies ist ein Gebot vom Herrn“ o wenn es nicht im Widerspruch zu anderen allgemeinen Aussagen steht o wenn sich der gesamte Abschnitt allgemein anwenden lässt o wenn andere allgemein formulierte Stellen mit der gleichen Aussage existieren Wenn es im Widerspruch zu anderen Stellen steht, sollte man o sicherstellen, dass man eine korrekte Übersetzung hat – oder nach anderen legitimen Übersetzungsmöglichkeiten suchen o die Verallgemeinerung aufheben bzw. eingrenzen  auf eine bestimmte Zeit,  auf bestimmte Adressaten o die allgemeine Aussage schmälern, bis es im Einklang mit dem Rest der Bibel ist o darauf achten, dass man dies nur so wenig wie nötig tut, da sonst die Gefahr der Eisegese besteht Die speziellen Gaben - bedenken, dass oft die in der Bibel vertretene Wahrheit genau im Festhalten widersprüchlicher Aussagen besteht! o Das berühmteste Beispiel ist die Dreieinigkeit: es gibt laut Bibel nur einen Gott. Aber gleichzeitig wird der Vater Gott genannt, Jesus Gott genannt, und der Heilige Geist als ein Gott beschrieben, obwohl diese drei in der Bibel eindeutig verschiedene Personen sind o Ein anderes Beispiel ist die Gewissheit, dass man sein Heil nicht verlieren kann: da gibt es Aussagen, die sich zu widersprechen scheinen – aber die Wahrheit liegt genau am Festhalten beider Aussagen. Das erwähn ich weiter unten noch einmal, und ein bisschen anders. Die Basis dafür ist natürlich immer der korrekte Urtext und eine sehr genaue Übersetzung. Doch jetzt der Reihe nach… Übrigens gibt es ein ungeschriebenes Gesetz, dass zur Befähigung der Verallgemeinerung einer Aussage mindestens 2, besser 3 wiederum allgemein gehaltene, inhaltlich gleiche Aussagen existieren sollten. Ich halte dies für sinnvoll (obwohl das nichts mit der „Magie der Zahl 3“ zu tun hat) – und vielleicht wirst Du nach dem Lesen dieses Pamphlets ;-)) dem zustimmen… Erläuterungen dazu Der Unterschied zwischen Exegese und Eisegese: man darf eben nur das aus einer Bibelstelle herausholen, was drin steht. Kurze Wiederholung mit knappen Beispielen: a. Kontext, Adressaten, Allgemeingültigkeit Ganz wichtig ist der Kontext - der unmittelbare Verszusammenhang (unterste Stufe), dann der Zusammenhang mit dem aktuellen Gedankengang (oder geschichtlichen Ereignis) des Autors, das Vergleichen mit anderen Schriften des Autors, und dann den Zusammenhang mit der ganzen Bibel (höhere Stufen). Eine theologische Aussage sollte man nur treffen, wenn andere (auch nach diesem Prinzip verstandene) Stellen das Gleiche sagen. Sollte eine Bibelstelle im Widerspruch zu einer anderen stehen (also z.B. "Du sollst den Feiertag heiligen" und "Dieser hält einen Tag höher als den anderen, jener hält alle Tage gleich"), muss man anhand der höheren Stufen diesen aufzulösen versuchen (das ist z.B. sehr oft der Fall bei 1. Kor 14). Es muss eben alles im Einklang mit dem Rest zu verstehen sein - so macht es Jesus selbst ja vor während der Versuchung in der Wüste, wo er dem Satan immer wieder entgegnet "jaja, es steht aber auch geschrieben ..." Ganz am Anfang der Exegese steht natürlich auch die Frage: wer ist der Empfänger eines Textes? Welche Gründe gibt es, dass der Text an uns heute gerichtet ist? Das ist beispielsweise nie der Fall, wenn eine Stelle nicht allgemein formuliert ist und dazu noch für sich alleine steht, dh. wenn es nicht noch andere allgemein gültige Stellen gibt, die das Gleiche aussagen. Die speziellen Gaben Sollte man dann zum Schluss kommen, dass man denkt, eine Stelle auf sich beziehen zu dürfen, hilft auch die Frage, ob man denn auch die ganze Textpassage auf sich bezieht. Ein ganz berühmtes Beispiel hierfür ist 1. Kor 14,33b "Wie es in allen Gemeinden der Heiligen ist, 34 sollen die Frauen[31] in den Gemeinden[32] schweigen, denn es wird ihnen nicht erlaubt, zu reden, sondern sie sollen sich unterordnen, wie auch das Gesetz sagt.": wer auf der einen Seite die Stellen über die Zungenrede aus dem Zusammenhang reißt und auf sich bezieht, ist schuldig, dies auch mit dieser Aussage zu tun, die im unmittelbaren Kontext steht - und es sich noch dazu um eine Stelle handelt, die allgemein formuliert ist. Bevor man dann eine allgemein gültige Aussage trifft, muss es auch andere Stellen geben, die das gleiche aussagen und auch allgemein formuliert sind. Daher sind Aussagen wie „Jesus ist für die Menschen gestorben“ korrekt als allgemeine Aussagen, aber „Dann sollst du auf den Felsen schlagen, und es wird Wasser aus ihm hervorströmen, sodass das Volk ⟨zu⟩ trinken ⟨hat⟩.“ nicht. b. Gute Übersetzung, richtiger Urtext Wichtig ist dabei natürlich, eine Übersetzung zu verwenden (und z.B. eben keine Übertragung wie die "Leben für alle" oder die "Passion Bible"), die möglichst genau am Urtext ist, da das Bibelgriechisch eine sehr feine (mit sehr komplexer Grammatik) Sprache ist (daher hat Gott sie auch ausgewählt). Manchmal hilft nur ein direktes Hineinschauen in den Urtext. Wenn man davon ausgeht, dass jedes Wort vom Heiligen Geist inspiriert ist, und dass die Bibel keine Fehler enthält (wobei man sich zu ~98% sicher sein kann, dass der Text, den wir heutzutage in den Händen halten, der Ursprungstext ist), und dass die Bibel die schriftliche Version Jesu ist ("und das Wort wurde Fleisch") bzw. anders herum eben auch - dass Jesus die fleischliche Version der Bibel ist, und es weiterhin keinen inhaltlichen Unterschied zwischen der Bibel, Jesu und dem Heiligen Geist gibt, wird klar, wie wichtig es ist, dass man nichts hineinliest, was nicht da steht. Denn dadurch legt man Gott Worte in den Mund, die er nicht gesagt hat, und das ist eigentlich respektlos (wir Menschen regen uns doch auch immer wieder darüber auf). Neben der Übersetzung spielt natürlich die Auswahl des Grundtextes eine wichtige Rolle. Und auch in diesem Thema hab ich meine eigene Meinung komplett "überholt": während ich früher ein Verfechter der KJV („King James Version“) war, bin ich es heute nicht mehr, sondern eher dagegen. Denn die Textkritik als Wissenschaft ist sehr wichtig, um den richtigen Ursprungstext zu identifizieren, und da ist die KJV wissenschaftlich schon längst widerlegt. Aber das nur am Rande... Gute Bibelversionen sind die neue Elberfelder oder Schlachter 2000. Ich weiß, dass allein schon dieser Punkt für viele zur Glaubensfrage wird (war es für mich früher auch) ... Die speziellen Gaben c. Genaues Lesen Worauf ich jetzt aber hinauswill, hat nur sehr wenig mit der Übersetzung oder dem Urtext zu tun: eigentlich mehr mit genauem Lesen. Also zurück zum Text: "14 Du aber bleibe in dem, was du gelernt hast und wovon du überzeugt bist[6], da du weißt, von wem du gelernt hast, 15 und weil du von Kind auf die heiligen Schriften kennst, die Kraft haben, dich weise zu machen zur Rettung[7] durch den Glauben, der in Christus Jesus ist[8]." - - Frage (was steht im Text?): was hat Kraft, dich weise zu machen zur Rettung durch den Glauben? a. Antwort: die heiligen Schriften Frage (was steht im Text?): retten dich die Schriften? a. Antwort: nein - was da steht, lautet: "zur Rettung durch den Glauben" Frage (was steht im Text?): was bewirken die Schriften in Bezug auf die Rettung? a. Antwort: sie machen dich weise Dann bleibt die Frage übrig: was meint Paulus damit "da du weißt, von wem du gelernt hast". a. Antwort: steht nicht drin. An dieser Stelle ist es legitim, sich verschiedene Möglichkeiten zu überlegen. Die Möglichkeit, die Du vorschlägst, ist: Jüngerschaft. Und versteh mich nicht falsch - das ist aus meiner Sicht nicht direkt falsch. Aber: an welcher anderen Stelle wird Jüngerschaft betont (im Zusammenhang mit Errettung)? Gibt es noch andere Möglichkeiten, was damit gemeint sein könnte? Ja, nämlich: damit Du weißt, wie man die heiligen Schriften richtig versteht. Aber: "wie man die heiligen Schriften richtig versteht" lässt wiederum unheimlich viel Spielraum zu: mindestens damit gemeint ist "dass Jesus der Messias ist" (denn Paulus hat Jesus erkannt und bekannt) und maximal gemeint ist - so wie Du vorgeschlagen hast das gesamte Training, die Jüngerschaft. b. Auslegungsmöglichkeiten Und jetzt kommt es zu einem aus meiner Sicht wichtigen Punkt: es gibt keine Stelle, die dem Vorschlag mit der Jüngerschaft direkt widerspricht, aber auch keine, die das im Zusammenspiel mit der Errettung fordert (zumindest fällt mir keine ein - Dir?). Auf der anderen Seite gibt es aber mehrere Stellen, die betonen, dass Gottes Wort alleine ausreicht, um den Menschen zu erretten (z.B. Jes 55,11: "mein Wort kehrt nicht leer zurück" oder 5. Mose 8,3b "um dich erkennen zu lassen, dass der Mensch nicht von Brot allein lebt. Sondern von allem, was aus dem Mund des HERRN hervorgeht, lebt der Mensch."). Und eben beispielsweise auch, wenn wir einfach weiterlesen (was wir ja sowieso tun wollten, da wie gesagt die wichtigsten 3 Grundregeln für das richtige Bibelverständnis sind: Kontext, Kontext und Kontext ...) - Vers "16 Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Strafe, zur Besserung, zur Züchtigung in der Gerechtigkeit, 17 daß ein Mensch Gottes sei vollkommen, zu allem guten Werk geschickt." Es gibt aber noch mehr Bibelstellen, darum ist diese Möglichkeit absolut zulässig ... Und so stellt sich die Frage: widerspräche das anderen Stellen? Nein, nicht das ich wüsste. Die speziellen Gaben Um also auf Nummer Sicher zu gehen, dass man diese Stelle richtig versteht, muss man sich für die Minimalversion entscheiden, da dies auch keiner anderen Stelle widerspricht, und es auch direkt in der Stelle selbst so angedeutet wird: "durch den Glauben, der in Christus Jesus ist". Während also Deine Auslegung nicht direkt falsch war, ist sie eben doch Eisegese - das Hineinlesen. Denn klar, gibt es viele Stellen, die betonen, wie wichtig die Gemeinschaft der Gläubigen ist ("versäumt nicht die Versammlungen", "sieht wie lieblich, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen" etc...), aber doch wird weder gesagt, dass Jüngerschaft notwendig sei zur Errettung, noch dass die Jüngerschaft einen wichtigen Platz bei der Errettung einnähme ... c. Finale Aussage Die Stelle sagt also aus: wenn man weiß, dass Jesus der Messias ist, reichen die "heiligen Schriften" (das AT) aus, um weise zu werden für den Glauben und "vollkommen, zu jedem guten Werk geschickt", weil man das AT dann unter der richtigen Sichtweise versteht, dass Jesus Christus der Messias ist. Alles Weitere sagt sie nicht aus - auch wenn das nicht falsch sein muss. Aber falsch sein kann, und daher nicht so verstanden werden sollte – es muss nicht anders verstanden werden, weil keine Widersprüche existieren. Vorhin hab ich aber betont, wie wichtig es ist, den Verfasser einer Stelle zu berücksichtigen. Gilt die Stelle überhaupt uns? Ich denke ja, denn: sie wurde an Timotheus geschrieben, der ein Gemeindepastor war. So bezieht sich der gesamte Brief darauf, wie Timotheus seine Gemeinde führen soll. Wenn es also für Timotheus reicht, sich darauf zu konzentrieren, dann wohl auch für die Gemeindeglieder. Anders würde es keinen Sinn machen, wie etwa „für Dich reicht das, für die Mitglieder aber nicht – sie werden nur gerettet, wenn sie Gift trinken können“. Ein Beispiel eines oberflächlichen Widerspruchs wäre 1. Kor 7,14 "Denn der ungläubige Mann ist geheiligt durch die Frau, und die ungläubige Frau ist geheiligt durch den gläubigen Mann". Das Verständnis, dass der Mensch durch seinen Ehepartner gerettet werden würde und nicht für sich selbst das erkennen müsste, widerspricht anderen Stellen, sodass man bei einer solchen Stelle alle anderen Stufen bemühen muss (sprich, den Kontext erweitern, die Aussage verändern, Wortverständnis erweitern …), um diesen Widerspruch zu erklären. Das ist aber wie gesagt bei 2. Tim 3,14 nicht der Fall und daher auch nicht zulässig. Immer nur die funktionierende Minimalversion, damit man nichts in die Bibel hineinliest, was Gott nicht gesagt hat. d. Konsequenzen Wenn man also dann verstanden hat, was die Stelle von 2. Tim 3 aussagt, kann man wieder die Logik bemühen: wenn Paulus das als Vermächtnis einem Gemeindepastor mitgibt, kann man daraus mit gutem Grund entnehmen, dass sich das Wesen des Glaubens nicht im neuen Testament ändert! Und diese Aussage ist der Hammer! Denn das bedeutet im Umkehrschluss, dass mit der Apostelgeschichte Die speziellen Gaben nichts Neues zum Glauben hinzukommt. Diese Ansicht ist völlig legitim, denn es gibt keine Stelle, die das Gegenteil behauptet. Oder weißt Du eine? Die Ansicht ist sogar nicht nur legitim, sondern notwendig. Denn lass mich es einmal anders herum vergleichen: warum die Apostelgeschichte in ein so besonderes Licht stellen? Man könnte auch Exodus nehmen und fordern, dass der moderne Christ ebenso Manna vom Himmel regnen lassen können sollte, Wasser aus dem Felsen schlagen, nachts eine ständige Lichtsäule aufstellen, eine Heuschrecken-Plage hervorrufen oder lautstark 10 globale Gebote verkündigen können sollte. Das ist genauso absurd wie es klingt ... Und was wäre Gott für ein Gott, wenn er einerseits von sich behauptet, derselbe gestern, heute und in Ewigkeit zu sein, und andererseits das Wesen des Glaubens und der Errettung geändert hätte innerhalb des AT und des NT. Das ist ein weit verbreiteter Irrtum, der besonders bei Charismatikern und Pfingstlern anzutreffen ist - ein falsches Verständnis des AT (weil eben auch ein falsches des NT). Der Mensch wurde schon immer aus Glauben gerettet. Und Glauben war noch nie nur ein Befolgen von Regeln (damit meine ich jetzt die Gesetzlichkeit) oder nur ein positives Denken mit möglichst vielen „Crazy Moves“ (damit meine ich jetzt die Charismatiker/Pfingstler ;-)), sondern immer eine lebendige Beziehung zum Herrn und ein Leben in Demut und Furcht vor ihm. Es galt schon immer Spr 3,34: "Den Spöttern gegenüber spottet er, den Demütigen aber gibt er Gnade." Es kommt also für die Errettung des Menschen nichts Neues im NT hinzu. Denk einmal darüber nach - im Grunde genommen fällt nur Einiges weg, wie z.B. die Regelungen der Feiertage. e. Zusammenfassung Verstehst Du, was ich damit demonstrieren wollte? Ich gehe davon aus, dass Du mir auch dort prinzipiell zustimmst, wenn auch nicht unbedingt in diesem konkreten Fall. Aber so sollte man jede Bibelstelle behandeln: nichts hineinlesen. Und dann lässt sich Vieles, von dem, was Du dargelegt hast, eigentlich nicht halten. Das ist mein Appell an Dich, Dein bisheriges Verständnis von jeder Bibelstelle so noch einmal zu korrigieren. Genau das hab ich auch durchgemacht innerhalb mehrerer Jahre, nachdem ich in Südafrika war und dort auch sehr stark beeinflusst war von charismatischer Lehre. Und schließlich festgestellt hab "Mist, mein Vater hatte doch Recht". Hahaha, heute können wir beide darüber lachen - obwohl wir auch schon heftige Diskussionen hatten. Mein Vater hat mir damals mitgegeben: lies bitte die Stellen nochmal und genauer, und hüte Dich davor, irgendetwas hineinzulesen, was da nicht dasteht. Und wenn Du meinst, eine Lösung gefunden zu haben, überleg erst, ob es nicht anderen Stellen widerspricht. Die Bitte geb ich an Dich weiter. Denn gerade Pfingstler rupfen die Stellen aus dem Zusammenhang, und dann kann man alles mit ihnen begründen. An manchen Stellen (wenn ich mehrere Verse aufgelistet hab) hab ich nicht immer den Verszusammenhang abgedruckt, obwohl man das tun sollte. Aber das hätte dieses Dokument noch Die speziellen Gaben mehr aufgebläht. Wenn Du also bei dem ein oder anderen Vers der Meinung bist, ich hätte ihn aus dem Zusammenhang gerissen, lass es mich wissen. Beispiele missverstandener Stellen Aber wenn ich schon einmal dabei bin, will ich jetzt doch ein paar typische Bibelstellen kommentieren… Berühmte Beispiele für falsche Exegese durch Herausreißen aus dem Kontext sind: a. 1 Pet 2,21: "Denn dazu seid ihr berufen, weil auch Christus für uns gelitten und uns ein Vorbild hinterlassen hat, damit ihr seinen Fußstapfen nachfolgt.". Siehst Du, da steht, dass wir Jesu Beispiel folgen sollen! Ja richtig, aber was ist damit gemeint? Dazu müssen wir weiter lesen: "22 Er hat keine Sünde getan, es ist auch kein Betrug in seinem Mund gefunden worden«;[9] 23 als er geschmäht wurde, schmähte er nicht wieder, als er litt, drohte er nicht, sondern übergab es dem, der gerecht richtet." Autsch, es geht um das Beispiel in Sachen Leiden! Also, hier ein Beispiel für ganz einfachen Kontext … b. Mark 9,23: "Jesus aber sprach zu ihm: Du sagst: Wenn du kannst! Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt". Frage: ist hiermit jede Art von Glauben gemeint, also positives Denken auch? Nein, natürlich nicht. Ich glaub, dass Du mir hier ohne Diskussion zustimmen würdest, dass damit die Gesamtheit des Glaubens gemeint ist, so wie er von der Person Jesu und damit in der gesamten Bibel dargestellt wird. Alles andere ist einfach falsch. Ich hab früher auch schon ganz fest daran geglaubt, dass ich im Preisausschreiben gewonnen hätte ... oder wie schön wäre das gewesen, wenn ich durch "ganz fest daran glauben" öfters schneller eingeschlafen wäre ... Dies ist also ein Beispiel für das Einbetten in den gesamten biblischen Kontext: an keiner anderen Stelle wird gesagt, dass Glauben im Sinne von positivem Denken alle Wünsche erfüllen würde c. Joh 14,12: "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und wird größere als diese tun; denn ich gehe zum Vater". Ein schönes Rätsel, das schon so oft missbraucht wurde, dass es schwerfällt, diese Stelle unvoreingenommen zu lesen. Kann damit gemeint sein, dass jeder, der an Jesus glaubt, spektakulärere Werke tun wird, als Jesus? Die speziellen Gaben Wenn ja, hat Jesus schlichtweg gelogen. Denn kennst Du einen einzigen Christen, der spektakulärere Werke vollbracht hat, als Jesus? Also, noch spektakulärer als Tote aufzuwecken, 5000 Männer quasi aus dem Nichts zu sättigen, oder sich selbst vom Tod auferstehen zu lassen? Kein einziger! Denn selbst wenn das wahr wäre, dass schon Leute vom Tod auferstanden sind (aber noch nie hat sich einer selbst vom Tod auferweckt), wäre das nur genauso spektakulär, nicht noch spektakulärer! Das kann also nicht damit gemeint sein, und schon gar nicht, dass das auf jeden Gläubigen zutrifft. Was aber dann? Die Antwort ist: ich weiß es auch nicht sicher. Ich bin mir nur sicher, dass mit "größeren Werken" nicht der Grad des Spektakels gemeint sein kann. Vielleicht bezieht es sich ganz schlicht auf Zahlen und die Geographie, was damit übereinstimmt, dass Jesus sagt "denn ich gehe zum Vater" im Sinne von "meine Zeit auf Erden ist abgelaufen, jetzt müsst Ihr übernehmen, um die ganze Welt zu erreichen". Da Jesus diese Begründung ausspricht („denn ich gehe zum Vater“), komm ich auch auf keine andere Lösung, die damit zusammenpassen könnte. Diese Aussage ist ein Beispiel dafür, dass man der Logik folgen muss: „größere Werke“ kann nicht „spektakulärere Werke“ heißen, sonst wäre Jesus einfach ein Schwätzer gewesen d. Mark 16,17: "Diese Zeichen aber werden denen folgen, die glauben: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen[5] reden;" Aha, also hier steht es: Zungenrede, Exorzismus! Einen Moment - die Aufzählung ist noch nicht zu Ende: "18 werden Schlangen aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden; Schwachen werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden." Und die gelernte Regel lautet: den ganzen Abschnitt anwenden – nicht nur das aus einem Satz rauspflücken, was einem passt! Die allermeisten (also aller-allermeisten ;-)) Christen, die Schlangen angefasst haben oder Gift getrunken haben, sind schlicht gestorben. Das war immer so und wird auch immer so bleiben, und es hat nichts damit zu tun, dass sie evtl. nicht "doll genug geglaubt haben". Wer also Zungenrede und Dämonenaustreibung als allgemeines Kennzeichen eines Christen fordert, muss das auch für Schlangen und Gift tun! In den USA gibt es doch eine berühmt gewordene Gemeinde, die das Schlangenspiel und Gifttrinken praktiziert hat (siehe hier: https://www.youtube.com/watch?v=7OcoUyXiuU0) – bis, als zum Schluss ausgerechnet der Leiter doch einfach von einer Schlange gebissen wurde. Tot, bumm, zack, einfach so. Das klingt zwar lustig oder irre. Ist es aber nicht. Man muss sich doch hier die Frage stellen, warum Gott das zugelassen hat? Das waren Jesus bekennende Christen (Pfingstler), die sich bis zum Einsatz ihres Lebens auf diese Worte verlassen haben. Ist es nicht genau das, was Gott sich wünscht und sogar fordert? Sie haben sich den Geist gewünscht, und Gott gab ihnen eine tödliche Schlange Die speziellen Gaben Wahrscheinlich hat Gott sie dafür gerichtet, dass sie nach all den Jahren immer nur ihre Lieblingsstellen für sich in Anspruch genommen haben, und nie wirklich dem Beispiel Jesu gefolgt sind, der Satan immer wieder daran erinnerte, dass man Stellen nicht aus dem Kontext reißen darf, auch nicht aus dem Kontext der Gesamtschrift: Matt 4,7 "7 Jesus sprach zu ihm: Wiederum steht geschrieben: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.«" Denn dieses Verhalten enthüllt letztlich nur folgende, eigentliche Motivation (die auch im Video zu sehen ist): es kommt einem gar nicht mehr auf Jesus und seinen Geist an, sondern um Bestätigung vor sich selbst und anderen. Und diesen Gedanken sollte man zu Ende denken: wer Jesus als Herrn bekennt, sollte letztlich alles annehmen, was Gott ihm auferlegt. Sei es der Umgang mit besonderen Gaben (wie Heilung, Zungenrede, Prophetie), mit normalen Gaben (Dienen, Fürbitte) oder Leiden, Krankheit und Tod. Aber man sollte sich eben nicht einfach nur nach den spektakulären Gaben ausstrecken, um sich besonders geistlich zu fühlen. Und so gehe ich übrigens mit der Gabe der Zungenrede um: sollte Gott diese Gabe für mich als wichtig, hilfreich oder nötig ansehen, nehme ich sie an und übe sie anhand der Regeln aus, die Gott festgelegt hat. Aber ich verwehre mich dagegen, mich danach auszustrecken um der Gabe willen, oder um mich besonders heilig zu fühlen – und schon gar nicht lasse ich es zu, dass mich jemand „bespricht“ … Also: diese Gemeinde hätte gut daran getan, die vorhin aufgestellte Regel der Exegese zu berücksichtigen: eine allgemeine Aussage sollte erst formuliert werden, wenn es mehrere Stellen gibt, die dasselbe allgemein formuliert aussagen! Anders herum gefragt, um die Allgemeingültigkeit ad absurdum zu führen: ist noch nie ein Christ durch einen Schlangenbiss oder durch Gift gestorben? Aber: diese Konsequenz ist absolut richtig! Denn man muss konsequent in seiner Überzeugung und konsequent in seiner Bibelauslegung sein. Ich lege Dir aber ans Herz, dass Du Dir vorher Gedanken darüber machst, ob diese Stelle wirklich als allgemeine Aussage verstanden werden sollte oder nicht ;-)) Diese Stelle ist also ein Beispiel für das Anwenden des gesamten Abschnitts (man kann ja Jesus nicht einfach mitten im Satz oder Gedankengang abwürgen), und ein Beispiel dafür, dass man erst verallgemeinern darf, wenn es noch andere allgemeine Stellen der gleichen Aussage gibt… Wenn man also weiß, dass es keine allgemein gültige Aussage ist, muss man sich fragen: was kann Jesus noch damit gemeint haben, wenn es keine allgemeine Aussage ist? Folgen wir der Anleitung – und grenzen die Adressaten oder die Zeit ein. Und siehe da, wir haben schon einen Treffer: denn man liest davon in der Apostelgeschichte, bis auf das mit dem Gift. Es kann also als Prophetie verstanden werden, die mit den Gläubigen in der Apostelzeit erfüllt wurde. Oder willst Du das Gegenteil vertreten? Dann musst Du Gift trinken und Dich von Schlangen beißen lassen, um mich zu überzeugen. Aber nein, nicht nur Du, sondern alle müssten das tun, ohne mit der Wimper zu zucken – es wäre so normal wie Beten oder Lieder singen. Die speziellen Gaben e. Luk 11,11: "Wo bittet unter euch ein Sohn den Vater um einen Fisch, und der gibt ihm statt des Fisches eine Schlange? 12 Oder auch, wenn er um ein Ei bäte – er wird ihm doch nicht einen Skorpion geben? 13 Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird der Vater, der vom Himmel ⟨gibt⟩, ⟨den⟩ Heiligen Geist geben[2] denen, die ihn bitten! " Kann damit gemeint sein, dass wer immer betet "Vater, erfüll mich mit Deinem Geist" oder die "Torban"-Version ;-)) "Jesus, fill me up", erhält den Heiligen Geist, ganz egal, was seine Motivation ist? Nein! Es kommt nicht auf die Worte an, sondern auf die Motivation (wie vorher schon festgestellt). Denn sonst würde es vielen Stellen widersprechen, die davon reden, dass es Gott nicht auf äußere Handlungen (Religiösität), sondern auf die Herzenseinstellung ankommt (und darauf, dass man nicht in Sünden verhaftet ist), wie z.B. - - Mark 4,12 "auf dass sie mit sehenden Augen sehen und doch nicht erkennen und mit hörenden Ohren hören und doch nicht verstehen, damit sie sich nicht etwa bekehren und ihnen vergeben werde." (warum will Gott nicht, dass sie sich bekehren? weil ihre Haltung nicht passt), oder Matt 6,7 "Wenn ihr betet, sollt Ihr nicht plappern wie die Heiden", oder Jes 1,15 "Und wenn ihr auch eure Hände ausbreitet, verberge ich doch meine Augen vor euch; und wenn ihr auch viel betet, höre ich euch doch nicht; denn eure Hände sind voll Blut.", oder 5. Mose 31,18 "Ich aber werde mein Antlitz verborgen halten zu der Zeit um all des Bösen willen, das sie getan haben, weil sie sich zu andern Göttern wandten.", oder Jer 29,13 "Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, 14 so will ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR", oder Jer 6,15 "Schämen sollten sie sich, weil sie Greuel verübt haben; aber sie wissen nicht mehr, was sich schämen heißt, und empfinden keine Scham.". Amos 5, 21 „Ich hasse, ich verwerfe eure Feste, und eure Festversammlungen kann ich nicht ⟨mehr⟩ riechen: 22 Denn wenn ihr mir Brandopfer opfert, ⟨missfallen sie mir,⟩[11] und an euren Speisopfern habe ich kein Gefallen, und das Heilsopfer[12] von eurem Mastvieh will ich nicht ansehen. 23 Halte den Lärm deiner Lieder von mir fern! Und das Spiel deiner Harfen will ich nicht hören.“ Und so weiter - die Liste der Stellen ist endlos, die davon reden, dass Gott keinen Wert auf Äußerlichkeiten ohne inneren Bezug legt, denn Gott lässt sich nicht als "Zaubermaschine" benutzen, bei der ein Zauberspruch ausreicht, sondern er sieht das Herz an (1. Samuel 16,7b „Denn ⟨der HERR sieht⟩ nicht auf das, worauf der Mensch sieht. Denn der Mensch sieht auf das, was vor Augen ist[1], aber der HERR sieht auf das Herz.“). Ja, er prüft das Herz und die Nieren wie in Jer 17,10 "Ich, der HERR, bin es, der das Herz erforscht und die Nieren prüft, und zwar um einem jeden zu geben nach seinen Wegen, nach der Frucht seiner Taten." Und aus dem, was man im vorigen Beispiel (mit den Schlangen) lernen konnte, muss man dann feststellen: ja, es ist zwar richtig, dass wenn ein Kind Gott um dessen Geist bittet, bekommt er seinen Geist. Die speziellen Gaben Aber mit den anderen Stellen zusammengenommen muss man davon ausgehen (da es wie gesagt nicht auf die Worte allein ankommen kann – es würde sonst den anderen Stellen widersprechen), dass das nicht für denjenigen gilt, der eine falsche Motivation hat. Das würde ja bedeuten: wer die falsche Motivation hat, kann eine Schlange, sprich einen üblen Geist, bekommen. Kann das sein? Jetzt muss man sich also wieder fragen: gibt es Stellen in der Bibel, die besagen, dass Gott einen bösen Geist senden würde? Die Antwort mag erstaunen: JA! Traurig-berühmtes Beispiel in der Bibel eines geisterfüllten Mannes, der am Schluss des Lebens von Gott einen bösen Geist erhielt: - - - 1. Sam 11, 6 „Da geriet der Geist Gottes über Saul, als er diese Worte hörte, und sein Zorn entbrannte sehr.“ Das geschieht noch, bevor Saul zum König gemacht wurde – er war ein geisterfüllter Mann. Am Anfang. Und wir wissen, wie das endete. Er wurde verworfen, und Gott (!) schickte ihm einen bösen Geist, wie in 1. Samuel 16,14: „Der Geist des HERRN aber wich von Saul, und ein böser Geist vom HERRN verstörte ihn. 15 Da sprachen die Knechte Sauls zu ihm: Siehe, ein böser Geist von Gott verstört dich.“ Und Gott verwarf ihn, obwohl Saul seine Sünde einsah: 1. Samuel 15,24: „Da sprach Saul zu Samuel: Ich habe gesündigt, dass ich des HERRN Befehl und deine Worte übertreten habe; denn ich fürchtete das Volk und gehorchte ihrer Stimme. 25 Und nun, vergib mir doch meine Sünde und kehre mit mir um, dass ich den HERRN anbete. 26 Samuel sprach zu Saul: Ich will nicht mit dir umkehren; denn du hast des HERRN Wort verworfen, und der HERR hat dich auch verworfen, dass du nicht mehr König seist über Israel.“ Aber auch daran sieht man: seine Motivation zu bitten, stimmte nicht (bzw. hatte er keine echte Reue). Daher hat Gott ihn nicht verschont. Worte zählen nicht – die Herzenseinstellung ist der springende Punkt! Der Sachverhalt hier ist zwar ein bisschen anders (da man nichts davon liest, dass er um den Heiligen Geist gebeten hat), aber man sieht, dass Gott auch solche Mittel beizeiten anwendet: er kann einen bösen Geist senden! Und zwar auch denen, die vorher seines Heiligen Geistes teilhaftig waren! Darüber hinaus dürfen wir nicht vergessen, dass es auch Gott ist, der eine Kraft des Irrtums (englisch ist hier super: „a strong delusion“) sendet, wie in 2. Thess 2,11 „dafür, dass sie die Liebe der Wahrheit zu ihrer Rettung nicht angenommen haben. 11 Und deshalb sendet ihnen Gott eine wirksame Kraft[6] des Irrtums, dass sie der Lüge glauben,“ – dieser Ausschnitt ist an Christen gerichtet, die in der Gefahr stehen, einen falschen Geist zu erhalten! Hier wird also klar ausgedrückt, dass Gott einen falschen Geist senden kann und es auch tut, und zwar den Christen – oder denen, die sich dafür halten (wie sich das auflöst, erklär ich unten noch) Man muss eben immer den Gesamtkontext betrachten, um eine Stelle richtig zu verstehen. Wer Stellen heraustrennt, betreibt schnell Eisegese und richtet sich sein Urteil selbst zu. - Sieh es einmal so: wer zu faul ist, Gott ganz zuzuhören und nur das hört, was er hören will, will im Grunde genommen gar nicht Jesus genau kennen, sondern missbraucht ihn, um sich selbst Die speziellen Gaben - besser zu fühlen. Und das sollte Gott nicht bestrafen? Wer Jesaja und Jeremia kennt, weiß, dass so etwas mit Gott nicht zu machen ist. Oder anders formuliert (da Jesus und die Bibel inhaltlich dasselbe sind): wer Jesus nur von einer bestimmten Seite aus kennen will, will gar nicht Jesus kennen! Das ist wie bei einem Liebespaar: Liebe ist eben „alles oder nichts“. Was kann eine falsche Motivation sein? Alles, wo es nicht um den echten Jesus geht, wie - Sensationslust Geltungsdrang Unzufriedenheit, mit der Einfachheit seines Lebens klarzukommen Projektion: wenn es nicht darum geht, Jesus so kennenzulernen, wie er in der Bibel beschrieben wird, sondern darum, den Jesus kennenzulernen, den man sich wünscht (Eisegese ist eben auch sehr gefährlich!) Man muss also beide biblischen Aussagen betrachten – aber wie kann man etwas vereinen, was sich zu widersprechen scheint? - - Das ist so ähnlich wie beim Thema, ob man sein Heil verlieren kann oder nicht. Alle Aussagen zusammengefasst könnte man auf den Dipol reduzieren o Wer zum Glauben an Jesus gekommen ist, kann seinen Glauben nicht verlieren o Wer seinen Glauben verliert, ist nicht zum richtigen Glauben an den echten Jesus gekommen Genauso kann man das Thema mit dem falschen Geist hier auf den Dipol reduzieren: o Wenn ein Kind Gottes in der richtigen Motivation den Herrn um den echten Geist Jesu bittet, bekommt er auch nur diesen o Wer einen falschen Geist erhält oder hat, war entweder nicht sein Kind, oder seine Motivation zu bitten, war falsch Wobei wir von Petrus wissen, dass es sich auch um eine temporäre Beeinflussung handeln kann: - - - In Matt 16,17 heißt es: „Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Glückselig bist du, Simon, Bar Jona[4]; denn Fleisch und Blut haben es dir nicht offenbart, sondern mein Vater, der in den Himmeln ist.“ Und schon einen kurzen Augenblick später, in Matt 16, 23 „Er aber wandte sich um und sprach zu Petrus: Geh hinter mich, Satan! Du bist mir ein Anstoß[10], denn du sinnst nicht auf das, was Gottes, sondern auf das, was der Menschen ist.“ Und danach folgt die Verklärung, wo Petrus wieder von Gottes Geist beeinflusst zu sein scheint: Matt 17,4 „Petrus aber begann[1] und sprach zu Jesus: Herr, es ist gut, dass wir hier sind. Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten machen, dir eine und Mose eine und Elia eine.“ Zusammengefasst bedeutet das: - Sogar Kinder Gottes können temporär vom falschen Geist beeinflusst sein (wobei „temporär“ sich wahrscheinlich bis zur nächsten Buße/Umkehr hinzieht) Denn es gibt nicht nur Schafe, es gibt auch Ziegen; es gibt nicht nur Weizen, es gibt auch die Spreu; es gibt falsche Propheten, Wölfe im Schafspelz, die sich wie Kinder Gottes geben, aber keine sind, sondern immer den falschen Geist in sich haben Die speziellen Gaben Hier mal eine kurze Liste aus Begegnungen in der Bibel, in der Gläubige im Einfluss eines falschen Geistes standen: - - - - - Geltungsdrang und Stolz: o die Jünger in Lukas 22 o Simon der Zauberer in Apostelgeschichte 8 Menschenfurcht und Stolz: o Ananias und Saphira in Apostelgeschichte 5 o Petrus in Galater 2 Fixiert auf Geld o Simon der Zauberer o Ananias und Saphira Seinen Willen nicht Gott ausgeliefert o Petrus in Matthäus 16 In Sünde verstrickt o David mit Bathseba o Hymenäus und Alexander in 1. Timotheus 1 Einer falschen Lehre verfallen o die Galater in Kapitel 3 Und ob einer im falschen oder richtigen Geist operiert – dafür gibt es klare Kriterien in der Bibel: wer einen falschen Jesus anbetet, ein falsches Evangelium vertritt, oder im Namen Gottes Prophetien von sich gibt, die nicht eintreffen. Nur darum gebeten zu haben, garantiert jedenfalls nicht, dass man den richtigen Geist hat oder von ihm beeinflusst wird. Du scheinst den falschen Propheten in den USA aber leicht zu vergeben!? Versteh ich nicht, denn überleg doch mal: - wie kann man jemals noch etwas glauben, was sie als Gottes Wort deklarieren? „wer einmal lügt, dem glaubt man nicht“ – das gilt doch ganz besonders hier: wer sagt, dass er „von Gott gehört“ habe und darin falsch liegt, enttarnt sich als einer, der im falschen Geist operiert – solange er keine Buße tut Und daher nahm Gott das auch so ernst im AT, dass sie hingerichtet werden sollten! Es handelt sich also nicht um ein Kavaliersdelikt, wenn man sich hupsi dupsi geirrt hat (nicht einfach „vertan sprach der Hahn…“) bei dem, was Gott gesagt hat, sondern um ein Kapitalverbrechen: man hat seinen Namen missbraucht und in den Schmutz gezogen! f. Matt 10,8: "Macht Kranke gesund, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus. Umsonst habt ihr's empfangen, umsonst gebt es auch." Ist damit gemeint, dass wir heutzutage das tun sollen? Wieviele Aussätzige wurden denn schon gereinigt, und wieviele Tote auferweckt? Die speziellen Gaben Wie kommt man auf den Gedanken, wo doch in Vers 5 ganz klar steht "Diese Zwölf sandte Jesus aus, gebot ihnen und sprach: Geht nicht den Weg zu den Heiden und zieht nicht in eine Stadt der Samariter, 6 sondern geht hin zu den verlorenen Schafen aus dem Hause Israel."? Warum nimmt man nicht einfach irgendeine andere Stelle heraus, wie z.B. 2. Mose 12,20 "Keinerlei gesäuertes Brot sollt ihr essen, sondern nur ungesäuertes Brot, wo immer ihr wohnt." Dies ist also ein einfaches Beispiel für die Adressaten g. Schlussgedanken So solltest Du nochmal an die Stellen herangehen. Da wir vorhin festgestellt haben, dass in Bezug auf das Heil nichts Neues im NT hinzukommt, tut ein Vergleich mit dem AT immer extrem gut: wer hat im AT in Zungen gebetet? Du sagst ja, Zungengebet sei nicht immer nur Sprachengebet (und Sprachengebet war sicherlich nicht nötig gewesen im AT). Aber wenn es auch Zungengebet (dh. keine momentan existierende, von irgendeiner Nation benutzte Sprache) gibt, warum lesen wir davon nichts im AT? Denk immer daran, der Heilige Geist MUSS im AT und im NT derselbe sein ... Zum 1. Korintherbrief Damit könnte ich eigentlich schließen. Aber ich würde gerne noch 1. Korinther 14 ansprechen. Ganz wichtig zum Verständnis ist wie gelernt: "Kontext, Kontext und Kontext". Es handelt sich um einen Brief, der am Stück geschrieben wurde, und Paulus litt zwar an einem „Pfahl im Fleisch“. Was aber immer das war: ich glaube nicht, dass er damit Demenz meinte ;-)) - als ob er immer vergessen hätte, was er jeweils kurz vorher geschrieben hätte. Man muss also ALLES lesen, den ganzen Brief, um zu verstehen, was er meinte. Lies mal die Kapitel 1-14 am Stück (in einer guten Übersetzung), dann ist der Tonfall nicht zu übersehen. a. Übersicht der Kapitel 1-11 1) Es gab Streit in der Gemeinde, siehe 1,10: "10 Ich ermahne[6] euch aber, Brüder, durch den Namen unseres Herrn Jesus Christus, dass ihr alle einmütig redet[7] und nicht Spaltungen unter euch sind, sondern dass ihr in demselben Sinn[8] und in derselben Meinung völlig zusammengefügt seid. 11 Denn es ist mir durch die Hausgenossen der Chloë über euch bekannt geworden, meine Brüder, dass Streitigkeiten unter euch sind.". Viele hielten Paulus als nicht gut genug in seiner Rede, siehe 2, "2 Denn ich nahm mir vor, nichts anderes unter euch zu wissen als nur Jesus Christus, und ihn als gekreuzigt. 3 Und ich war bei euch in Schwachheit und mit Furcht und in vielem Zittern;". Paulus verteidigt sich mit 2, "7 sondern wir reden Die speziellen Gaben Gottes Weisheit in einem Geheimnis, die verborgene, die Gott vorherbestimmt hat, vor den Zeitaltern[4], zu unserer Herrlichkeit" 2) Dann kommt er über den Gedanken des Gerichts in 3, 14 "Wenn jemandes Werk bleiben wird, das er darauf gebaut hat, so wird er Lohn empfangen; 15 wenn jemandes Werk verbrennen wird, so wird er Schaden leiden, er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer." ... zu der krassen Anschuldigung 5, 1 "Überhaupt hört man, dass Unzucht[1] unter euch ist, und zwar eine solche Unzucht[2], die selbst unter den Nationen nicht stattfindet: dass einer seines Vaters Frau hat. 2 Und ihr seid aufgeblasen und habt nicht etwa Leid getragen, damit der, der diese Tat begangen hat, aus eurer Mitte entfernt würde!" ... Er übergibt diesen Sünder dem Satan in 5, 5 "einen solchen im Namen unseres Herrn Jesus dem Satan zu überliefern[4] zum Verderben des Fleisches, damit der Geist gerettet wird am Tage des Herrn." - ein (weiteres) Kennzeichen davon, dass einige in der Gemeinde wohl nicht im Geist Gottes gehandelt haben ... Und er klagt nicht nur den Sünder an, sondern behandelt die gesamte Gemeinde als mitschuldig, siehe 6, 1 "1 Bringt es jemand von euch, der einen Rechtsstreit mit dem anderen hat, über sich, vor den Ungerechten zu streiten und nicht vor den Heiligen? 2 Oder wisst ihr nicht, dass die Heiligen die Welt richten werden?" 3) Die Gemeinde kommt echt nicht gut weg. Paulus geht in die Vollen in 6, 9 "Oder wisst ihr nicht, dass Ungerechte das Reich[8] Gottes nicht erben werden? Irrt euch nicht! Weder Unzüchtige[9] noch Götzendiener noch Ehebrecher noch Weichlinge[10] noch mit Männern Schlafende[11] 10 noch Diebe noch Habsüchtige noch Trunkenbolde noch Lästerer noch Räuber werden das Reich[12] Gottes erben." Er redet also knallhart gegen sie! 4) Er spricht auch über Unzucht - war gewiss auch ein Thema in der Gemeinde, sonst hätte er nicht so gesprochen, wie in 7, 1 "Was aber das betrifft, wovon ihr mir[1]geschrieben habt, so ist es gut für einen Menschen, keine Frau zu berühren. 2 Aber wegen der Unzucht[2] habe jeder seine eigene Frau[3], und jede habe ihren eigenen Mann." Dann folgt ein Einschub über das Thema der Ehescheidung, das Essen von Götzenopferfleisch, und er verteidigt seinen Dienst als Apostel. 5) Jetzt macht Paulus weiter mit den Warnungen: 10, 1 "1 Denn ich will nicht, dass ihr in Unkenntnis darüber seid, Brüder, dass unsere Väter alle unter der Wolke waren und alle durch das Meer hindurchgegangen sind 2 und alle in der Wolke und im Meer auf Mose getauft wurden" und dann 5 "5 An den meisten von ihnen aber hatte Gott kein Wohlgefallen, denn sie sind in der Wüste hingestreckt worden. 6 Diese Dinge aber sind als Vorbilder für uns[1] geschehen, damit wir nicht nach Bösem gierig sind, wie jene gierig waren[2]." Dann folgt, dass Paulus sagt, man solle nicht Götzendiener werden, keine Unzucht treiben und auch nicht murren. Dann redet er über das Abendmahl, die Stellung des Mannes zur Frau, wie man zur Ehre Gottes lebt, und wieder über das Abendmahl. Die speziellen Gaben WICHTIG ist: Paulus hat ständig einen kritischen, ermahnenden Tonfall. Das ist nicht zu überhören! b. Kapitel 12-13 Der Hintergrund ist also eine extrem massive Kritik an einer im Chaos zu versinken drohenden Gemeinde. Eine Kritik, die sogar erwähnt, dass nicht alle in der Gemeinde errettet sind, und dass Gott nicht an allen Gefallen hat. Hinter diesem Hintergrund ist der Rest zu lesen! Jetzt wird es also spannend ... Er fängt an mit einer Geisterunterscheidung (die wohl nicht nötig gewesen wäre, wenn das kein Thema in der Gemeinde gewesen wäre): 12 "3 Deshalb tue ich euch kund, dass niemand, der im Geist Gottes redet, sagt: Fluch[3] über Jesus!, und niemand sagen kann: Herr Jesus![4], außer im[5] Heiligen Geist." - im richtigen Geist gibt es keinen Unterschied: 12 "4 Es gibt aber Verschiedenheiten von Gnadengaben [6], aber es ist derselbe Geist; 5 und es gibt Verschiedenheiten von Diensten, und es ist derselbe Herr; 6 und es gibt Verschiedenheiten von Wirkungen, aber es ist derselbe Gott, der alles in allen wirkt." - aber es gibt verschiedene Dienste: "Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes zum Nutzen gegeben. 8 Denn dem einen wird durch den Geist das Wort der Weisheit gegeben; einem anderen aber das Wort der Erkenntnis nach demselben Geist; 9 einem anderen aber Glauben in demselben Geist" und es folgen Heilungen, Wunder, Sprachen und Glauben. Es ist aber derselbe Geist (wenn er der richtige ist)! - es gibt verschiedene Dienste: 12 "28 Und die einen hat Gott in der Gemeinde [13] eingesetzt erstens als Apostel[14], zweitens andere als Propheten, drittens als Lehrer, sodann Wunderkräfte, sodann Gnadengaben[15] der Heilungen, Hilfeleistungen, Leitungen, Arten von Sprachen[16]. 29 Sind etwa alle Apostel? Alle Propheten? Alle Lehrer? Haben alle Wunderkräfte? 30 Haben alle Gnadengaben [17] der Heilungen? Reden alle in Sprachen? Legen alle aus?" c. Konsequenzen Hier ist übrigens wichtig zu bemerken, dass diese Fragen im Griechischen mit einer eindeutigen rhetorischen Frageform formuliert sind, die ein "Nein" erwarten. Was sich aber auch ganz einfach durch die erste Frage erahnen lässt: Sind alle Apostel? Nein! Alleine dieser Satz reicht also schon aus, um die Mär vom Zungengebet als allgemeines Kennzeichen der Geisterfüllung (oder "Geistestaufe") zu widerlegen. Denn nicht alle "reden in Sprachen"! (Zu 14,5 komm ich später, am Ende dieser Diskussion). Daraufhin stellt Paulus die Liebe nicht nur als zentral, sondern auch als viel wichtiger dar, als alle Gnadengaben: 12, 31 "31 Eifert aber um die größeren Gnadengaben [18]! Und einen Weg noch weit darüber hinaus zeige ich euch:" 13, 1 "Wenn ich in den Sprachen[1] der Menschen und der Engel rede, aber keine Liebe habe, so bin ich ein tönendes Erz geworden oder eine schallende Zimbel. 2 Und wenn ich Weissagung [2] habe und alle Geheimnisse und alle Erkenntnis weiß, und wenn ich allen Glauben habe, sodass ich Berge versetze, aber keine Liebe habe, so bin ich nichts. 3 Und wenn ich alle meine Habe zur Speisung der Armen austeile und wenn ich meinen Leib hingebe, damit ich Ruhm gewinne[3], aber keine Liebe habe, so nützt es mir nichts." Die speziellen Gaben d. Kapitel 14: der richtige Umgang So, jetzt sind wir an den Versen, die einfach immer nur aus dem Gesamtkontext herausgerissen werden - Kapitel 14. Bisher hat Paulus also massive Kritik an der gesamten Gemeinde geübt und das Bild bemüht, dass doch alle zusammengehören wie ein Körper, und die Gemeinschaft immer nur so stark ist, wie das schwächste Glied. Er hat klargemacht, dass die Liebe das Zentrum der Gemeinde sein soll. Also hier die Richtlinien, wie die besonderen Gaben ausgeübt werden soll: - - - - Zungenrede in der Gemeinde: 14: „26 Was ist nun, Brüder? Wenn ihr zusammenkommt, … 27 Wenn nun jemand in einer Sprache[27] redet, ⟨so sei es⟩ zu zweien oder höchstens zu dritt und nacheinander, und einer lege aus. 28 Wenn aber kein Ausleger da ist, so schweige er in der Gemeinde[28], rede aber für sich und für Gott.“ Ohne Ausleger darf man nur für sich selbst beten. Außerdem nacheinander. Und nicht so viele – höchstens drei! Nicht alle reden in Zungen: 14, „26 Was ist nun, Brüder? Wenn ihr zusammenkommt, so hat jeder einen Psalm, hat eine Lehre, hat eine Offenbarung, hat eine Sprache⟨nrede⟩[25], hat eine Auslegung; alles geschehe zur Erbauung[26].“ Jeder? Das meinte ich anfangs damit, dass Paulus nicht an Demenz litt – in 12, 30b schrieb er noch „Reden alle in Sprachen? Legen alle aus?“ und die Antwort muss lauten: nein! Ein Beweis, der über die sprachliche Konstruktion im Griechischen hinausgeht, ist: „sind alle Apostel?“ wird auch mit „Nein“ beantwortet – es gibt zwar Verirrungen, die behaupten, es gäbe neue Apostel (dazu werd ich noch Stellung beziehen), aber soweit ich weiß keine Gemeinde, die all ihre Mitglieder als Apostel betrachtet ;-)) Also meint dieses „Jeder“ hier nicht, dass jeder alles hätte, sondern eigentlich „jeder Einzelne“: der eine hat dies, der andere das Weissagung: 14,29: „29 ⟨Von den⟩ Propheten aber sollen zwei oder drei reden, und die anderen sollen urteilen[29]. 30 Wenn aber einem anderen, der dasitzt, eine Offenbarung ⟨zuteil⟩wird, so schweige der Erste. 31 Denn ihr könnt einer nach dem anderen alle weissagen, damit alle lernen und alle getröstet[30] werden.“ - Wieder nur 2-3, und nacheinander, kein Durcheinander. Es soll mit Ordnung zu gehen: 14,32: „32 Und die Geister der Propheten sind den Propheten untertan. 33 Denn Gott ist nicht ⟨ein Gott⟩ der Unordnung, sondern des Friedens. Wie ⟨es⟩ in allen Gemeinden der Heiligen ⟨ist⟩, 34 sollen die Frauen[31] in den Gemeinden[32] schweigen, denn es wird ihnen nicht erlaubt, zu reden, sondern sie sollen sich unterordnen, wie auch das Gesetz sagt. 35 Wenn sie aber etwas lernen wollen, so sollen sie daheim ihre eigenen Männer fragen; denn es ist schändlich für eine Frau, in der Gemeinde zu reden.“ Und 40 „40 Alles aber geschehe anständig und in Ordnung.“ - Kein Chaos – die Geister sind den Propheten untertan Die Frauen sollen sich unterordnen und schweigen Denn alles soll zur gegenseitigen Erbauung geschehen: Die speziellen Gaben - 12 „12 So auch ihr, da ihr nach geistlichen Gaben[15] eifert, so strebt danach, dass ihr überreich seid zur Erbauung[16] der Gemeinde.“ Und 26b „alles geschehe zur Erbauung[26]“ 19 „19 Aber in der Gemeinde will ich ⟨lieber⟩ fünf Worte mit meinem Verstand reden, damit ich auch andere unterweise, als zehntausend Worte in einer Sprache[21].“ Das ist ein Gebot Gottes: 37 „37 Wenn jemand meint, ein Prophet oder ⟨sonst⟩ ein Geistbegabter[33] zu sein, so erkenne er, dass das, was ich euch schreibe, ein Gebot des Herrn ist. 38 Wenn aber jemand das nicht erkennt, so wird er auch ⟨von Gott⟩ nicht erkannt[34].“ Übrigens: auch dass die Frau schweigen soll, ist ein „Gebot des Herrn“. Eine Gemeinde, die sich daran nicht hält, oder die zulässt, dass auch nur eine dieser Regeln dauerhaft verletzt wird, ist ungehorsam und in der Rebellion gegen Gott. - Wie kann eine solche Gemeinde sich als besonders geistlich darstellen und erwarten, dass Gott auf ihrer Seite ist? Mit diesen Kriterien fallen fast alle Gemeinden von vornherein heraus! Ihr wollt so leben wie in der Apostelgeschichte? Dann haltet Euch an die Briefe, die von dem Apostel dazu geschrieben wurden als „ein Gebot Gottes“! Und auch die Begegnungen wie im Film von Torben fallen raus, denn ohne Ausleger darf man nur für sich selbst beten. Und sogar dann soll man für Auslegung beten (kommt gleich). Zentral ist für Paulus der Ansatz, dass alles zur Erbauung aller stattfindet. Daher kommt er zur Bewertung - in Vers 5b „Wer aber weissagt, ist größer, als wer in Sprachen[8] redet, es sei denn, dass er es auslegt, damit die Gemeinde Erbauung[9] empfängt.“ (Zu Vers 5a komm ich noch) Zungenrede ist generell nicht so nützlich wie Weissagung. Wenn Zungenrede ausgelegt wird zur Erbauung aller, dann ist Zungenrede gleichwertig. Vers 13 „13 Darum, wer in einer Sprache[17] redet, bete, dass er ⟨es auch⟩ auslegt!“ kann daher nur auf das stille Zungengebet verstanden werden: man soll also auch dann für Auslegung beten, wenn man für sich alleine betet! Paulus möchte aber die Geistesgaben nicht dämpfen – natürlich nicht! Wie könnte er auch? Er ist ja schließlich auch ein Apostel und fähig, in fremden Sprachen zu reden, Menschen zu heilen, Tote aufzuerwecken, und ist Jesus persönlich begegnet, erfüllt also alle Voraussetzungen, um Apostel zu sein. Er möchte aber die schlechten Auswüchse bekämpfen. Und woher könnten die kommen – doch nicht von Gottes Geist? Warum sollte ihn der Heilige Geist beim Schreiben des Briefes dazu inspirieren, seine eigenen Wirkungen zu dämpfen? Die Antwort auf die Frage kann nur sein, dass der Heilige Geist ihn dazu inspiriert, den falschen Geist zu verdrängen. Also: ja, es gibt sie, die falschen Geistesauswüchse. Das hat er ja schon mehrmals in diesem Brief erwähnt! Vielleicht steht auch der Einwurf in Vers 20 in diesem Zusammenhang: „20 Brüder, seid nicht Kinder am Verstand, sondern an der Bosheit seid Unmündige, am Verstand aber seid Erwachsene[22]!“, worauf in Vers 21 das Zitat von Jes 28,11 folgt: 21 Es steht im Gesetz geschrieben „Ich will durch Leute mit fremder Sprache und durch Lippen Fremder zu diesem Volk reden, und auch so werden sie nicht auf mich hören, spricht der Herr.“ Die speziellen Gaben Gleich, ob Vers 20 sich auf Vers 21 bezieht oder nicht – es sind doch immer wieder die alttestamentlichen Zitate von Paulus, die seinen tiefen geistlichen Durchblick durchscheinen lassen und mich immer wieder vor Herausforderungen stellen, ihn richtig zu verstehen. Aber ich denke, dass ich dieses Rätsel hier einigermaßen gut gelöst krieg …: Dieses Zitat lautet im Original: Jes 28 „11 Ja, durch stammelnde Lippen und durch eine fremde Sprache wird er zu diesem Volk reden, 12 er, der zu ihnen sprach: Das ist die Ruhe! Schafft Ruhe dem Erschöpften! Und das ist die Erquickung! Aber sie wollten nicht hören. 13 Und das Wort des HERRN für sie wird sein: Zaw la zaw, zaw la zaw, kaw la kaw, kaw la kaw[8]; hier ein wenig, da ein wenig; damit sie hingehen und rückwärtsstürzen und zerschmettert werden, sich verstricken lassen und gefangen werden.“ Es ist die Ankündigung des Gerichts über das Haus Gottes - - Mit einer unverständlichen Sprache – einige Übersetzungen übersetzen das mit der assyrischen Sprache wie folgt: „»Vorschrift auf Vorschrift, Vorschrift auf Vorschrift; Satzung auf Satzung, Satzung auf Satzung, hier ein wenig, da ein wenig“ Und es waren ja die Assyrer, die Israel überfallen haben Sie werden rückwärts umfallen – klingelts da nicht?! Die Leute (Israel), die gerichtet werden, werden rückwärts umfallen! Und sie werden gerichtet von Leuten mit „stammelnden Lippen“ Es juckt mich hier in den Fingern … erinnert das nicht an einen typisch charismatischen Gottesdienst (Stichwort „slain in the Spirit“), in der die eine Hälfte mit ihren Lippen stammelt („Zungenrede“) und die andere nach hinten umfällt? - - Hm, vielleicht ist ja doch alles von Gott, nur eben völlig anders herum, als einem die Charismatiker weißmachen wollen? Das wäre ja …! Oder liest Du irgendwo von Gläubigen, die während der Begegnung Gottes nach hinten fallen? o Achte mal darauf: sie fallen alle auf ihr Angesicht (z.B. Luk 16,17)! o Während diejenigen, die gerichtet werden, rückwärts umfallen (so auch in Joh 18, 6)! o Aber – gut, soll man nicht überbewerten … aber es könnte sein! Diese Interpretation befände sich aber immerhin völlig im Einklang anderer Bibelstellen! Denn das eine solche Unordnung („slain in the Spirit“, „holy laughter“, „holy drunkenness“, ja sogar „holy orgasm“ oder „horse blessing“, „vampire blessing“ …) vom Geist Gottes getrieben ist, steht im klaren Widerspruch zu - 14 „32 Und die Geister der Propheten sind den Propheten untertan. 33 Denn Gott ist nicht ⟨ein Gott⟩ der Unordnung, sondern des Friedens“, und „40 Alles aber geschehe anständig und in Ordnung.“, und auch nicht dem Prinzip „zwei oder drei und nacheinander“! Das kann daher nicht sein, dass es sich um denselben Geist handelt, der Ordnung fordert, und dann Chaos verursacht. Und die Ausrede, dass es nur unsere Wahrnehmung ist, die das als Chaos empfindet, ist im Grunde keine Ausflucht, sondern eine Bestätigung, dass es sich um Chaos handelt! Hingegen: die Gaben des richtigen Geistes will Paulus natürlich fördern, daher schreibt er (wie gesagt, an die Korinther, in jener Zeit): Die speziellen Gaben - 14, 1 „Strebt nach der Liebe; eifert aber nach den geistlichen ⟨Gaben⟩, besonders aber, dass ihr weissagt!“ 14,39 „Daher, Brüder, eifert danach, zu weissagen, und hindert das Reden in Sprachen[35] nicht!“ 14,18 „Ich danke Gott, ich rede mehr in Sprachen[20] als ihr alle.“ Und, wie gesagt, bin ich da auch nicht generell dagegen. Die Diskussion, ob diese Aufforderungen allgemein gültig sind oder nicht (nach unseren Kriterien, also z.B. abhängig davon, ob es noch andere allgemein formulierte Stellen gibt), will ich nicht führen. Ich will nur feststellen: man kann sich nicht sicher sein, dass diese Stellen allgemeine Gültigkeit haben. Denn wo gibt es allgemein formulierte Parallelstellen, die dasselbe aussagen? Markus 16,17 zählt nicht – die haben wir schon als nicht allgemein gültig erkannt! e. Sollen alle in Sprachen reden? So, und nachdem das alles gesagt ist, fehlt noch dieser eine Vers: 14,5a „5 Ich möchte aber, dass ihr alle in Sprachen[7] redet, mehr aber ⟨noch⟩, dass ihr weissagt.“. - Hatte Paulus doch Demenz? Hat er nicht vorher festgestellt, dass nicht jeder in Zungen redet? Die Antwort muss sein: es ist ein rhetorischer Ausdruck, der nicht wörtlich zu nehmen ist! Hm, steile These – gibt’s da Beweise? - - JA! Vergleiche 1. Kor 7,7 „Ich wünsche aber, alle Menschen wären wie ich; doch jeder hat seine eigene Gnadengabe[6] von Gott, der eine so, der andere so. 8 Ich sage aber den Unverheirateten und den Witwen: Es ist gut für sie, wenn sie bleiben wie ich. 9 Wenn sie sich aber nicht enthalten können, so sollen sie heiraten, denn es ist besser, zu heiraten, als ⟨vor Verlangen⟩ zu brennen.“ Es geht um Heiraten oder – auf den Punkt gebracht – um sexuelle Enthaltsamkeit Vom selben Autor, im selben Brief sogar. Deswegen: ALLES lesen! Hier wird doch deutlich: diese Stelle kann auch nicht wörtlich gemeint sein: denn ich unterstelle mal Paulus, dass selbst er als Lediger das mit der „Biene und der Blume“ schon verstanden hat, sodass ihm klar ist, dass dies das Ende der Menschheit wäre ;-)) Es ist also eine Art, wie er sich manchmal ausdrückt – aber eigentlich auch nichts Ungewöhnliches für uns heute, eben eine mit einer guten Brise Ironie gewürzte Rede, die aber gleichzeitig ausdrücken soll, dass er das Sprachengebet nicht grundsätzlich verneint, sondern gut findet, wenn es vom Geist Gottes kommt. f. Anmerkungen zur Prophetie und Weissagung Natürlich gibt es einen Unterschied zwischen Weissagung und Prophetie in der Bibel – vielleicht könnte man es vereinfacht wie folgt ausdrücken: Prophetie sind Aussagen darüber, was in der Zukunft eintreten wird, während Weissagung sich auf die Gegenwart bezieht. Die speziellen Gaben In beiden Fällen aber handelt es sich darum, dass man an der Stelle Gottes spricht. Wer also, was immer er ausdrückt, mit Vokabeln wie „im Namen Gottes“ oder „so spricht der Herr“ versieht, muss sich ganz sicher sein, dass Gott auch der Urheber der Worte ist. Wenn Gott entgegen der Behauptung nicht der Urheber ist, wird Gotteslästerung begangen, ein Kapitalverbrechen! Nun gilt es zu unterscheiden: - Im Falle der Prophetie ist sie bzw. der Prophet dann falsch, wenn sie nicht eintrifft, wenn sie zwar eintrifft aber der Prophet zu einem anderen Gott verführt, oder wenn die Früchte des Propheten nicht mit der Bibel übereinstimmen: o Wenn sie nicht eintrifft, beschrieben in 5. Mo 18 „20 Doch der Prophet, der sich vermessen sollte, in meinem Namen ein Wort zu reden, das ich ihm nicht befohlen habe zu reden, oder der im Namen anderer Götter reden wird: dieser Prophet muss sterben. 21 Und wenn du in deinem Herzen sagst: »Wie sollen wir das Wort erkennen, das nicht der HERR geredet hat?«, 22 wenn der Prophet im Namen des HERRN redet, und das Wort geschieht nicht und trifft nicht ein, so ist das das Wort, das nicht der HERR geredet hat. In Vermessenheit hat der Prophet es geredet; du brauchst dich nicht vor ihm zu fürchten.“  Ein Moment – wie war das mit Nathan, als David davon anfängt, für Gott einen Tempel bauen zu wollen? Null Widerspruch – denn:  2. Sam 7, „3 Und Nathan sagte zum König: Geh hin, tu alles, was du im Herzen hast, denn der HERR ist mit dir!“  2. Sam 7, „4 Und es geschah in jener Nacht, da geschah das Wort des HERRN zu Nathan: 5 Geh hin und sage zu meinem Knecht, zu David: So spricht der HERR: Du willst mir ein Haus bauen als Wohnung für mich?“  Nathan spricht nicht explizit im Namen Gottes, sondern er reagiert einfach nur menschlich spontan, ohne den Anspruch von göttlicher Autorität zu behaupten  Und wie ist das mit Jona? Er prophezeit den Untergang Ninives, aber nichts passiert?  Jona 3: „4 Und Jona begann, in die Stadt hineinzugehen, eine Tagereise ⟨weit⟩. Und er rief und sprach: Noch vierzig Tage und Ninive ist zerstört[1]! 5 Da glaubten die Leute von Ninive an Gott;“  Auch hier spricht Jona nicht in der expliziten Autorität Gottes! o Wenn sie eintrifft, aber der Prophet einen falschen Gott vertritt, beschrieben in 5. Mo 13 „2 Wenn in deiner Mitte ein Prophet aufsteht oder einer, der Träume hat, und er gibt dir ein Zeichen oder ein Wunder[1], 3 und das Zeichen oder das Wunder[2] trifft ein, von dem er zu dir geredet hat, indem er sagte: »Lass uns anderen Göttern – die du nicht gekannt hast – nachlaufen und ihnen dienen!«, 4 dann sollst du nicht auf die Worte dieses Propheten hören oder auf den, der die Träume hat. Denn der HERR, euer Gott, stellt euch auf die Probe, um zu erkennen, ob ihr den HERRN, euren Gott, mit eurem ganzen Herzen und mit eurer ganzen Seele[3] liebt.“ o Wenn die Früchte nicht mit der Bibel übereinstimmen, wie Jesus erklärt in Matt 7 „15 Hütet euch vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen! Die speziellen Gaben - Inwendig aber sind sie reißende Wölfe. 16 An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Liest man etwa von Dornen Trauben oder von Disteln Feigen?“  Was waren die Früchte nochmal – siehe Galater 5: "22 Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.".  Ich denke, dass es legitim ist, den Unterschied zwischen Singular und Plural („die Frucht“ vs. „die Früchte“) damit zu erklären, dass Jesus im Plural, also von „den falschen Propheten“ spricht  Gemeint ist damit also, dass der Charakter Jesu sichtbar wird in einem Menschen – denn schließlich ist der Heilige Geist derselbe wie Jesus! Im Falle der Weissagung ist sie bzw. der Prophet dann falsch, wenn sie nicht den biblischen Aussagen entspricht bzw. ihnen widerspricht: o Hesekiel 13, „7 Habt ihr ⟨da⟩ nicht ein nichtiges Gesicht geschaut, und habt ihr nicht Lügenwahrsagung gesprochen, als ihr sagtet: »Ausspruch des HERRN«, wo ich doch nicht geredet habe? 8 Darum, so spricht der Herr, HERR: Weil ihr Nichtiges redet und Lüge schaut, darum, siehe, will ich an euch, ist der Ausspruch des Herrn, HERRN. 9 Und ich werde meine Hand gegen die Propheten ausstrecken[2]“ o Wobei das nicht aus dem Text hervorgeht, aber aus der simplen Logik: woran erkennt man, dass jemand eine Lüge über Gott verbreitet? Daran, dass es nicht mit der Bibel übereinstimmt Wie gesagt: es handelt sich um Gotteslästerung, in Gottes Namen zu reden, was er nicht gesagt hat. Denn wörtlich heißt das 3. Gebot in 2. Mo 20, „7 Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht zu Nichtigem[7] aussprechen, denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen zu Nichtigem[8] ausspricht.“ Wenn ein anscheinendes Wort Gottes nicht ein- oder zutrifft, dann zählt das ganz gewiss auch dazu. Denn eigentlich kann das Wort Gottes nicht sein Ziel verfehlen: Jes 55, „11 so wird mein Wort sein, das aus meinem Mund hervorgeht. Es wird nicht leer zu mir zurückkehren, sondern es bewirkt, was mir gefällt, und führt aus, wozu ich es gesandt habe.“ Wir sollten uns noch einmal vor Augen führen, dass wenn jemand ein falscher Prophet ist oder als solcher agiert, er Buße tun muss. Solange er das nicht genauso öffentlich tut, wie er die Prophetie oder Weissagung öffentlich von sich gegeben hat, sollte man auf kein Wort mehr hören, das er von sich gibt, da die Gefahr besteht, dass er noch weiterhin in seinem falschen Denken verstrickt und vom falschen Geist beeinflusst ist Betrachtet man das im gebotenem Ernst, müssen alle großen Namen zu falschen Propheten gezählt werden! Denn egal ob Benny Hinn, Bill Johnson, Todd Bentley, Todd White, Joyce Meyer, Creflo Dollar, Fred Price, Paul Crouch, Kenneth Copeland, Kenneth Hagin, TD Jakes, Joel Osteen, Paula White, Robert Tilton, Mike Murdock, Oral Roberts, Peter Popoff, Jimmy Swaggart, Heidi Baker, Jim Bakkert, Jesse Duplantis, Bill Hibels, Rick Warren … Sie ALLE haben entweder - falsche Prophetien im expliziten Namen Gottes von sich gegeben, und/oder … schlimme Irrlehren verbreitet, und/oder … Die speziellen Gaben - führen ein Leben im Ungehorsam gegen Gott Traurig, erschreckend – aber wahr! Um das ein bisschen besser zu verstehen, was Irrlehren sind, lies einfach weiter … denn die spannenden Themen wie „der Heilige Geist“ oder „die Apostelgeschichte“ folgen ja noch… Und noch weiß ich nicht viel über Torben. Daher werd ich da einmal etwas forschen in der nächsten Zeit … g. Anmerkungen zur Heilung  Gott will auch, dass wir manchmal krank sind Krankheiten sind selbst dann ein Wirken Gottes in unserem Leben, wenn sie unmittelbar vom Feind verursacht sein sollten! Lass diesen Satz erst einmal sacken … - - Hiob 2 „9 Da sagte seine Frau zu ihm: Hältst du noch fest an deiner Vollkommenheit? Fluche[10] Gott und stirb! 10 Er aber sagte zu ihr: Wie eine der Törinnen[11] redet, so redest auch du. Das Gute nehmen wir von Gott an, da sollten wir das Böse nicht auch annehmen? Bei alldem sündigte Hiob nicht mit seinen Lippen.“ 2. Kor 12, 7b „Darum, damit ich mich nicht überhebe[3], wurde mir ein Dorn für das Fleisch gegeben, ein Engel[4] Satans, dass er mich mit Fäusten schlägt, damit ich mich nicht überhebe. 8 Um dessentwillen habe ich dreimal den Herrn angerufen, dass er von mir ablasse. 9 Und er hat zu mir gesagt: Meine Gnade genügt dir, denn ⟨meine⟩ Kraft kommt in Schwachheit zur Vollendung.“ a. Egal, ob das eine Krankheit war – auf jeden Fall etwas, was Paulus behindert hat b. Gott hat Paulus aber aus erzieherischen Gründen nicht davon befreit Denn nicht nur das Gute kommt von Gott, nein direkt (durch Gottes indirekten Willen) auch jedes Unglück: - - Amos 3,6b „Geschieht etwa ein Unglück in der Stadt, und der HERR hat es nicht getan?“ Mose 4,11 „11 Der HERR sprach zu ihm: Wer hat dem Menschen den Mund geschaffen? Oder wer hat den Stummen oder Tauben oder Sehenden oder Blinden gemacht? Habe ich's nicht getan, der HERR?“ 5. Mose 32, „39 Sehet nun, dass ich's allein bin und ist kein Gott neben mir! Ich kann töten und lebendig machen, ich kann schlagen und kann heilen, und niemand kann aus meiner Hand reißen.“ Da Gott souverän ist (wie später nochmal detaillierter erläutert wird), tut er, was immer er will. In Bezug darauf, ob das Gute von Gott kommt, existiert daher wieder so ein Dipol: - Jak 1,16 „Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei dem keine Veränderung ist noch Wechsel von Licht und Finsternis.“ Amos 3,6b „Geschieht etwa ein Unglück in der Stadt, und der HERR hat es nicht getan?“ Daher spricht man vom „direkten“ und vom „indirekten“ Willen Gottes: Die speziellen Gaben - - Er will nur das Gute – das ist sein „direkter“ Wille Er setzt das Böse ein, um das Gute zu erreichen – das ist sein „indirekter“ Wille Ob er es nun „nur zulässt“ oder „einsetzt“, ist aus meiner Sicht eine sinnlose Diskussion. Wichtig ist aber, dass Gott alles immer unter Kontrolle hat – denn das ist auch eine allgemeine Aussage der Bibel. Jedem, der Kinder hat und in Liebe erzieht, mag das leichtfallen, dass zu verstehen, wie das zusammenhängt Ja, Jesus hat uns am Kreuz geheilt. Aber eben in erster Linie von Sünden und Schuld: - - - Jesaja 53 "4 Fürwahr, er hat unsere Krankheit1 getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen; wir aber hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt. 5 Doch er wurde um unserer Übertretungen willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen; die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt worden." Schon Vers 6 zeigt, dass es um die Schuld geht: "6 Wir alle gingen in die Irre wie Schafe, jeder wandte sich auf seinen Weg; aber der HERR warf unser aller Schuld auf ihn." Es wird deutlich, dass sich die Heilung hier auf die Krankheit der Sünde bezieht (beachte auch den Grund dafür in Vers 6, der in der Vergangenheit steht) Vers 12 zeigt erneut, dass es in erster Linie um die Sünden geht: "12 Darum will ich ihm die Vielen zum Anteil geben, und er wird Starke zum Raub erhalten, dafür, dass er seine Seele dem Tod preisgegeben hat und sich unter die Übeltäter zählen ließ und die Sünde vieler getragen und für die Übeltäter gebetet hat." Der Vers 53,5 kann nicht bedeuten, dass Jesus alle Gläubigen körperlich (in diesem Leben) geheilt hat, denn das würde den oben genannten Stellen widersprechen (die allgemein davon sprechen, dass Gott auch Krankheiten schickt), von denen auch einige Beispiele im NT existieren: - - Paulus ist dauerhaft krank: 2. Kor 12, 7b „Darum, damit ich mich nicht überhebe[3], wurde mir ein Dorn für das Fleisch gegeben, ein Engel[4] Satans, dass er mich mit Fäusten schlägt, damit ich mich nicht überhebe. 8 Um dessentwillen habe ich dreimal den Herrn angerufen, dass er von mir ablasse. 9 Und er hat zu mir gesagt: Meine Gnade genügt dir, denn ⟨meine⟩ Kraft kommt in Schwachheit zur Vollendung.“ Timotheus ist oft krank: 1. Tim 5,23 „23 Trinke nicht mehr nur Wasser, sondern nimm ein wenig Wein dazu um des Magens willen und weil du oft krank bist.“ Trophimus bleibt krank: 2. Tim 4,20 „20 Erastus blieb in Korinth, Trophimus aber ließ ich krank in Milet.“ Petrus bringt den Vers aus Jesaja 53 nochmal deutlicher in den Zusammenhang der Sünde: - - 1. Petr 2, 24 „der unsre Sünden selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden.“ Wir sind also in erster Linie geheilt von unseren Sünden – das sagt Jesaja 53 aus! Will Jesus für uns völlige Heilung? JA! Aber erst in unserem Auferstehungskörper. Die speziellen Gaben Beachte, wie Paulus sehr deutlich unterscheidet zwischen unserem jetzigen, niederen, verweslichen, schwachen, natürlichen Leib und dem, den wir NACH der Auferstehung haben werden – durch das ständige Wiederholen von „wird auferstehen“ als Gegensatz zum jetzigen Leib: 1. Kor 15, „40 Und es gibt himmlische Körper und irdische Körper; aber eine andere Herrlichkeit haben die himmlischen und eine andere die irdischen. 41 Einen andern Glanz hat die Sonne, einen andern Glanz hat der Mond, einen andern Glanz haben die Sterne; denn ein Stern unterscheidet sich vom andern durch seinen Glanz. 42 So auch die Auferstehung der Toten. Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich. 43 Es wird gesät in Niedrigkeit und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesät in Schwachheit und wird auferstehen in Kraft. 44 Es wird gesät ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib. Gibt es einen natürlichen Leib, so gibt es auch einen geistlichen Leib. 45 Wie geschrieben steht: Der erste Mensch, Adam, »wurde zu einem lebendigen Wesen« (1. Mose 2,7), und der letzte Adam zum Geist, der lebendig macht. 46 Aber nicht der geistliche Leib ist der erste, sondern der natürliche; danach der geistliche.“ Was bedeutet schließlich „… sind wir geheilt worden“ aus Jes 53,5? Nun, es … - kann eine Prophetie sein auf den Auferstehungsleib sein (wobei dann die Tempi durchmischt wären – wirkt etwas komisch) bezieht sich auf alle Fälle auf die Heilung von Schuld und Sünde kann nicht eine andauernde körperliche Unversehrtheit in diesem Leben meinen, weil dann spätestens im NT kein Gläubiger mehr krank gewesen wäre  Gott ist souverän Gott ist souverän, und tut, was immer er will – im Himmel und auf Erden! - - - Ps 24, 1: „Die Erde ist des HERRN und was darinnen ist, der Erdkreis und die darauf wohnen.“ Ps 135, 6: „Alles, was der HERR will, das tut er im Himmel und auf Erden, im Meer und in allen Tiefen;“ Psalm 93: „1 Der HERR ist König! Er hat sich bekleidet mit Hoheit! Der HERR hat sich bekleidet, mit Stärke hat er sich umgürtet! Ja, fest steht die Welt, sie wird nicht wanken. 2 Dein Thron steht fest von alters her, von Ewigkeit her bist du.“ Psalm 115: „3 Unser Gott ist im Himmel; alles, woran er Gefallen hat, tut er“ Jes 46, 10: „der ich von Anfang an den Ausgang verkünde und von alters her, was noch nicht geschehen ist, – der ich spreche: Mein Ratschluss soll zustande kommen, und alles, was mir gefällt, führe ich aus,“ 2. Mose 33, 19b: „Ich werde[9] gnädig sein, wem ich gnädig bin, und mich erbarmen, über wen ich mich erbarme.“ Paulus drückt in Röm 11,36a („Denn aus ihm und durch ihn und zu ihm hin sind alle Dinge“) aus, dass Gott der Ursprung, das Mittel und das Ziel ist Daniel 2: „21 Er ändert Zeiten und Fristen, er setzt Könige ab und setzt Könige ein; er gibt den Weisen Weisheit und Erkenntnis den Einsichtigen; 22 er offenbart das Tiefe und das Verborgene; er weiß, was in der Finsternis ist, und bei ihm wohnt das Licht.“ Die speziellen Gaben - - Er hat uns vorherbestimmt zum Glauben: Eph 1 „4 wie er uns in ihm auserwählt hat vor Grundlegung der Welt, dass wir heilig und tadellos vor ihm sind in Liebe, 5 und uns[6] vorherbestimmt hat zur Sohnschaft durch Jesus Christus für sich selbst[7] nach dem Wohlgefallen seines Willens,“ Und auch Jesus hat er vorherbestimmt zum Leiden: Apg 2,23: „23 diesen ⟨Mann⟩, der nach dem bestimmten Ratschluss und nach Vorkenntnis Gottes hingegeben worden ist …“ Gottes Pläne und Wirken können also nicht von uns durchkreuzt werden und sind nicht von uns abhängig. Das einzige, woran sich Gott gebunden hat, ist sein Wort, was man aus den einfachen Überlegungen schlussfolgern muss: - Das Wort wurde Fleisch Alle Schrift ist von Gott eingegeben Gott ist derselbe heute und in Ewigkeit Und so sagt Jesus selbst in Matt 5: „18 Denn wahrlich, ich sage euch: Bis der Himmel und die Erde vergehen, soll auch nicht ein Jota oder ein Strichlein von dem Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist.“ Wenn also in Matt 13, 58 steht „Und er tat dort nicht viele Wunderwerke[29] wegen ihres Unglaubens.“, muss man wieder die Regeln der richtigen Exegese bemühen und sich erinnern, dass Jesu‘ Wirkung nicht auf den Glauben der Menschen angewiesen ist, und also nach anderen Möglichkeiten dafür suchen. Es bietet sich an, „konnte“ im Sinne von „weigerte“ zu verstehen: er weigerte sich wohl deshalb, weil Wunder einen geringen Stellenwert haben, wenn es um die Herzensbekehrung geht - Wunder zu erleben, hatte auf das Volk Israel schließlich auch keine lang anhaltende Wirkung auf ihre Herzen. Aber um die geht es Jesus, was wir oben ja schon festgestellt hatten. Das würde dann zum Rest der Bibel passen. So formuliert denn auch Jesus in Joh 5, „46 Denn wenn ihr Mose glaubtet, so würdet ihr mir glauben, denn er hat von mir geschrieben. 47 Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie werdet ihr meinen Worten glauben?“. Jesus weigerte sich, Zeichen zu tun, wenn die Menschen von vornherein nicht bereit waren, an ihn zu glauben, wie in Matt 12, „38 Dann antworteten ihm einige der Schriftgelehrten und Pharisäer und sprachen: Lehrer, wir möchten ein Zeichen von dir sehen! 39 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Ein böses und ehebrecherisches Geschlecht begehrt ein Zeichen, und kein Zeichen wird ihm gegeben werden als nur das Zeichen Jonas, des Propheten.“  Die Heilungen im neuen Testament Die Heilungen von Jesus und von den Aposteln, von denen wir in der Bibel lesen, unterscheiden sich ebenso deutlich von dem, was man im Allgemeinen in Pfingstgemeinden und –bewegungen sieht. Denn sie sind - Spontan unabhängig vom Glauben des Patienten Die speziellen Gaben - dauerhaft äußerlich für alle sichtbar Hier mal eine Liste der Heilungswunder im neuen Testament – erst die von Jesus, dann die seiner Jünger und schließlich die der Apostel. - - In der Spalte „Glaube“ steht jeweils, ob die Wunder auf Glauben trafen: wenn ja, auf wessen (denn oft hatte nicht der Patient den Glauben, sondern ein Freund/Partner). Wenn explizit kein Glaube vorhanden war, wird das markiert. Oder natürlich auch, wenn es gar nicht aus den Texten hervorgeht. In der Spalte „Besonderheit“ hab ich jeweils die Umstände oder Verse notiert, die die jeweilige Heilung im Vergleich zum Rest hervorheben Heilung Stellen Glaube Heilung eines Besessenen in der Synagoge in Kapernaum Mk 1,21–28, Lk Nicht erwähnt 4,31–37 Besonderheit Mt 8,14–17, Heilung der Schwiegermutter des Petrus Mk 1,29–34, Lk Nicht erwähnt und weiterer Kranker 4,38–41 Krankenheilung in Galiläa Mt 4,23–25 Nicht erwähnt “Heilte jede Krankheit” in ganz Galiläa und Syrien Heilung eines Aussätzigen Mt 8,1–4, Mk 1,40–45, Lk 5,12–16 Ist vorhanden “Herr, wenn du willst, kannst du mich reinigen” Heilung des Dieners des Hauptmann von Mt 8,5–13, Lk Kafarnaum 7,1–10 Hauptmann glaubt Fernheilung Heilung zweier Besessener in der Gegend der Gadarener Nicht erwähnt Dämonen fahren in die Schweine Nicht erwähnt Dämonen fahren in die Schweine “Als er ihren Glauben sah” “Deine Sünden sind Dir vergeben” Mt 8,28–34 Heilung eines Besessenen in der Gegend Lk 8,26–39 der Gadarener Heilung eines Gelähmten Mt 9,1–8, Mk 2,1–12, Lk 5,17–26 Heilung der blutflüssigen Frau Mt 9,18–26, Mk 5,21–43, Lk Ist vorhanden 8,40–56 “Wer ist es, der mich angerührt hat?” - Heilung durch Berührung Die speziellen Gaben Auferweckung der Tochter des Jaïrus Mt 9,18–26, Mk 5,21–43, Lk Vater glaubt 8,40–56 “Fürchte dich nicht, glaube nur!” Heilung zweier Blinder Mt 9,27–31 “Euch geschehe nach eurem Glauben” Heilung eines Stummen Mt 9,32–34, Lk Nicht erwähnt 11,14–16 Ist vorhanden Stumm durch einen Dämon Mt 12,9–14, Heilung eines Menschen mit verdorrter Mk 3,1–6, Lk Hand am Sabbat 6,6–11 Nicht erwähnt Auferweckung des Jüngling von Naïn Lk 7,11–17 Nicht erwähnt Heilungen am See Genezareth Mt 14,34–36, Mk 6,53–56, Lk Ist vorhanden 6,6–11 “Alle, die ihn anrührten, wurden völlig geheilt.” Fernheilung der Tochter einer kanaanäischen Frau Mt 15,21–28, Mk 7,24–30 Mutter glaubt Fernheilung Heilung eines Taubstummen Mk 7,31–37 “Sie bitten ihn” Am Sabbat Weitere Heilungen am Galiläischen Meer Mt 15,29–31 “Sie warfen (die Kranken) zu ihm” Blindenheilung in Bethsaida Mk 8,22–26 “Sie bitten ihn” Heilung eines epileptischen Knaben Mt 17,14–21, Mk 9,14–29, Lk Vater glaubt 9,38–42 Epilepsie durch einen Dämon – die Jünger konnten es nicht Heilung eines blinden und stummen Mannes Mt 12,22 Nicht erwähnt Blind und stumm durch einen Dämon Heilung einer verkrümmten Frau am Sabbat Lk 13,10–17 Nicht erwähnt Heilung eines Wassersüchtigen am Sabbat Lk 14,1–6 Nicht erwähnt Heilung der zehn Aussätzigen Lk 17,11–19 Ist vorhanden Heilung eines Blinden bei Jericho Mk 10,46–52, Ist vorhanden Lk 18,35–43 Jesus heilt in zwei Anläufen Fernheilung Die speziellen Gaben Heilung zweier Blinden bei Jericho Mt 20,29–34 Ist vorhanden Heilung des Sohnes eines königlichen Beamten in Kapernaum Joh 4,46–53 Vater glaubt Heilung des Gelähmten in Bethesda Joh 5,1–18 Nur der Wille zur Gesundheit Heilung eines Blindgeborenen am Teich Joh 9,1–7 Siloah Nicht erwähnt Auferweckung des Lazarus Explizit nicht vorhanden Joh 11,1–44 Heilungswunder durch die ausgesandten Mt 10,1, Mk Jünger 6,13 Fernheilung Fernheilung Nicht erwähnt Dämonenaustreibung im Namen Jesu durch einen Nicht-Jünger Mk 9,38–41, Lk Nicht erwähnt 9,49–50 Heilung eines Gelähmten durch Petrus Apg 3,1–16 Nicht erwähnt Unbestimmte Zahl von Heilungen durch Apg 5,12–16 Petrus in Jerusalem “Man trug die Heilung durch den Schatten Kranken hinaus” des Petrus Heilung von vielen Besessenen, Gelähmten und Verkrüppelten durch Philippus in Samarien Apg 8,7 Nicht erwähnt Heilung des erblindeten Saulus Apg 9,17–18 Nicht vorhanden Hananias Auferweckung der Tabita Apg 9,36–42 Jünger glaubten Heilung eines Gelähmten in Lystra Apg 14,8–10 Ist vorhanden Paulus Krankenheilungen in Ephesus Apg 19,12 Nicht erwähnt Heilung durch die Kleider des Paulus Auferweckung des Eutychus durch Paulus Apg 20,8–12 Nicht vorhanden Heilung des Vaters des Publius und anderer Kranker auf Malta Apg 28,8–9 Nicht erwähnt Heilung des todkranken Epaphroditus Phil 2,25–27 Ist vorhanden Philippus Die speziellen Gaben Lehrreiche Statistik: - - Nur 8 mal von den 30 Heilungswundern Jesu wird erwähnt, dass der Patient Glauben an ihn hatte. 6 mal hatte jemand anders Glauben, also z.B. die Mutter oder der Vater. 15 mal von Jesu Wundern wird es gar nicht erwähnt, ob der Patient oder sonst jemand Glauben an Jesus oder an das Wunder hatte, und einmal wird explizit erwähnt, dass keiner der Beteiligten an das Wunder glaubte Bis auf einmal werden alle stets sofort geheilt (dazu im nächsten Abschnitt mehr) Ansonsten sind alle Heilung instant, und in 5 Fällen sogar per Fernheilung Man liest nirgends, dass die Heilungen wieder verschwanden oder eine erneute Heilung desselben oder zusammenhängenden Gebrechens nötig war An einer Stelle wird erwähnt, dass die Patienten sich wohler fühlten durch die Begegnung mit Jesus, ansonsten sind es immer „große“ Heilungen, also äußerlich deutlich sichtbar Eine herausstechende, erwähnenswerte Begebenheit ist die „Dämonenaustreibung im Namen Jesu durch einen Nicht-Jünger“: in Markus schreibt in Kap. 9, „38 Johannes sagte zu ihm: Lehrer, wir sahen jemand Dämonen austreiben in deinem Namen; und wir wehrten ihm, weil er uns nicht nachfolgt.“, dass er „uns nicht nachfolgt“, und Lukas in Kap. 9, „49 Johannes aber antwortete und sprach: Meister, wir sahen jemand Dämonen austreiben in deinem Namen, und wir wehrten ihm, weil er ⟨dir⟩ nicht mit uns nachfolgt.“ fast im selben Wortlaut dasselbe. Da es damals kein verbreitetes Wissen über Christus und seine Lehre gab, und man auch nichts über eine Begegnung von ihm mit dem Herrn liest, kann man davon ausgehen, dass er wohl zum Glauben gekommen sein mag, aber sein Glaube sicher nicht sehr reif oder tief gewesen ist. Und das unterstreicht einmal mehr - die Souveränität Gottes: er ist es ja, der durch solch einen Jünger geheilt hat (in dem Fall einen Dämonen ausgetrieben) dass die „Fähigkeit“, so etwas zu tun, nichts mit dem Grad der Heiligkeit oder geistlichen Reife zu tun haben muss Darüber hinaus darf man sich fragen, warum Paulus Trophimus nicht mehr heilen konnte, wie er in 2. Tim 4,20 schreibt: „20 Erastus blieb in Korinth, Trophimus aber ließ ich krank in Milet.“ Immerhin wurden in Apg 19,12 Menschen durch das bloße Berühren seiner Kleider gesund! War er also so grausam geworden, dass er Trophimus nicht mal mehr seine Kleider berühren ließ oder war diese Heilungsgabe am Schluss von ihm weggenommen worden? Warum „benötigt“ Jesus zwei Anläufe in Mk 8,22-26? Der Bibeltext lautet im Kontext bis zum Vers 30: „22 Und sie kommen nach Betsaida; und sie bringen ihm einen Blinden und bitten ihn, dass er ihn anrühre. 23 Und er fasste den Blinden bei der Hand und führte ihn aus dem Dorf hinaus; und als er in seine Augen gespien ⟨und⟩ ihm die Hände aufgelegt hatte, fragte er ihn: Siehst du etwas? 24 Und er blickte auf und sagte: Ich sehe die Menschen, denn ich sehe sie wie Bäume umhergehen. 25 Dann legte er wieder die Hände auf seine Augen, und er sah deutlich, und er war wiederhergestellt und sah alles klar. 26 Und er schickte ihn nach seinem Haus und sprach: Auch nicht ins Dorf sollst du gehen! 27 Und Die speziellen Gaben Jesus und seine Jünger gingen hinaus in die Dörfer von Cäsarea Philippi. Und auf dem Weg fragte er seine Jünger und sprach zu ihnen: Was sagen die Menschen, wer ich bin? 28 Sie aber antworteten ihm und sagten: Johannes der Täufer; und andere: Elia; andere aber: einer der Propheten. 29 Und er fragte sie: Ihr aber, was sagt ihr, wer ich bin? Petrus antwortet und spricht zu ihm: Du bist der Christus. 30 Und er redete ihnen ernstlich zu, dass sie mit niemandem über ihn reden sollten.“ - Es kann nicht an seiner mangelnden Kraft liegen, da wir wissen, dass Jesus Gott ist und Gott tun kann, was immer er will, so wie wir es schon vorher festgestellt haben: Gott ist souverän Er „benötigt“ also keine zwei Anläufe, sondern er heilt in 2 Stufen, um etwas zu verdeutlichen – nur was? a. Möglichkeit eins ist: er will den Charismatikern in der Endzeit zeigen, dass man manchmal einfach zwei Anläufe braucht b. Möglichkeit zwei schreib ich mal von meiner Genfer Studienbibel ab (allerdings von verschiedenen Versen zusammengefügt):  „Die körperlichen Handlungen begleiten das Heilungswunder, sind jedoch nicht dessen Wirkursache.“  „Zu Vers 24: die Wiederherstellung der Sehkraft geht in diesem Fall allmählich voran“  „Zu Vers 26: Jesus hatte ihn aus dem Dorf herausgeführt (V.23), so dass es wahrscheinlich ist, dass die Botschaft dieses Wunders für seine Jünger bestimmt war. Sie müssen erkennen, dass Jesus ihre geistliche Sehkraft nach und nach heilt. Während sie in V.21 immer noch nicht verstehen, wer Jesus ist, sind sie wie der Blinde (V.25) im Begriff, das Geheimnis seiner Person „deutlich“ zu sehen (V.27-30) Ist diese Möglichkeit jetzt nicht Eisegese? Nein, es ist Exegese: wenn auch nicht zwingend zutreffend; so ist sie keinesfalls falsch. Denn Exegese bemüht sich, die Gesamtbotschaft der Bibel zu berücksichtigen. Daher ist die Souveränität Gottes zu berücksichtigen: Jesus hat nicht zwei Versuche benötigt, sondern sich dafür entschieden. Die Antwort auf die Frage „warum?“ darf nicht den bereits mehrfach abgesicherten, allgemeinen Aussagen widersprechen, zumal das Vorgehen bei diesem Heilungsereignis einmalig ist. Was genau Jesus damit zeigen wollte, spielt eine untergeordnete Rolle und kann debattiert werden, solange man sich an dieses Vorgehen hält. Theoretisch ist die Antwort „a“ also auch legitim: er will den Charismatikern in der Endzeit zeigen, dass man manchmal einfach zwei Anläufe braucht. Könnte das sein? Ich glaube nicht. Denn: - - Gott ist es ja, der heilt. Kann der Mensch überhaupt mehr tun, als nur Gott bitten? So, wie es Elia tat in 1. Kö 17, „21 Und er streckte sich dreimal über das Kind hin und rief zum HERRN und sprach: HERR, mein Gott, lass doch das Leben dieses Kindes wieder zu ihm[12] zurückkehren!“ a. Oder es passiert automatisch, so wie durch den Schatten des Petrus oder die Kleider des Paulus – aber auch da (oder genau da) wird deutlich, dass Gott es ist, der heilt Wenn schon braucht man also zwei Anläufe, bis Gott der Bitte nach Heilung nachkommt. Dann sollte die Heilung klar und deutlich so gestaltet sein, dass es ersichtlich ist, dass von Gott eine Heilung erbeten wird Die speziellen Gaben a. Und genau das unterscheidet sich auch wieder sehr deutlich von gängiger, moderner Praxis, wo „der Guru nach einem Warm-Up den Kameras ein dramatisches Schauspiel liefert“ … h. Zusammenfassung Nochmal: wie ich schon in der ersten Email schrieb, verstehe ich die Bibel nicht so, dass es unbedingt so kommen musste, dass die besonderen Geistesgaben der Sprachenrede, Prophetie und Heilung aus den Gemeinden verschwanden, sondern stelle anhand der Bibel schlicht und einfach fest, dass das, was man heutzutage in den Gemeinden und Bewegungen sieht, nicht dem entspricht, wie es Paulus fordert, per „Gebot von dem Herrn“ – oder nicht dem gleicht, was die Apostel und Jesus uns vorgemacht haben! Und so, wie ich Gott kenne, findet er es nicht lustig, wenn man nicht auf sein Wort achtet, und ist da auch nicht äußerst tolerant … Vor allem nicht im Bereich Prophetie und Weissagung, da man dann als Sprachrohr Gottes auftritt; es gilt wohl auch deshalb 1. Kor 14,5 „Wer aber weissagt, ist größer, als wer in Sprachen[8] redet“ Gerade, wer diese speziellen Gaben ausübt, sollte sich die Furcht Gottes in Erinnerung rufen, denn: 5Mo 4,24 „Denn der HERR, dein Gott, ist ein verzehrendes Feuer, ein eifersüchtiger Gott!“ Vielleicht an dieser Stelle mal ein Zitat von Stromberg: „Gott hat ja auch nicht zu Moses gesagt: 'Hier Moses, ich hab da mal was aufgeschrieben, was mir nicht soooo gut gefällt. Falls du Lust hast, schau doch da mal drüber.' Nein, da hieß es: Zack, zehn Gebote! Und wer nicht pariert, kommt in die Hölle. Bums, aus, Nikolaus.“ Die Apostelgeschichte Jetzt fehlt erst einmal nur noch, dass ich zu den Stellen in der Apostelgeschichte Stellung beziehe, von denen Du die allgemeine Aussage ableitest, dass es sich mit der Geistausteilung immer ein bisschen anders verhält … b. Einleitung: der Heilige Geist Daher erst einmal einen kurzen Abriss über den Heiligen Geist, über seine Person: - Der Heilige Geist war bei der Schöpfung beteiligt: Gott sprach durch das Wort (was Jesus ist), und die Kraft dahinter war der Geist. o Dazu muss man bedenken, dass der Geist auf hebräisch „ruach“ (AT) und auf griechisch „pneuma“ (NT) heißt: übersetzt bedeutet es jeweils Luft in Bewegung = Zug / Kraft / Energie / Leben o Psalm 33 "6 Die Himmel sind durch das Wort des HERRN gemacht, und ihr ganzes Heer durch den Hauch seines Mundes." Hauch ist hier „ruach“! Die speziellen Gaben o - - Und zwar von einem Moment auf den anderen! Es ist seine allmächtige, übernatürliche Kraft. Aber seine vorderste Aufgabe ist, zur Buße zu führen: o 1. Korinther 14 "24 Wenn aber alle weissagten, und es käme ein Ungläubiger oder Unkundiger herein, so würde er von allen überführt, von allen erforscht; 25 und so würde das Verborgene seines Herzens offenbar, und so würde er auf sein Angesicht fallen und Gott anbeten und bekennen, dass Gott wahrhaftig in euch ist."  Die Überführung hier bezieht sich nicht auf eine bloße Präsenz Gottes, sondern auf das Verborgene des Herzens, das sozusagen demaskiert wird. o Petrus und Ananias, Apostelgeschichte 5 "3 Petrus aber sprach: Ananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllt, sodass du den Heiligen Geist belogen hast und von dem Erlös des Gutes etwas für dich auf die Seite geschafft hast?"  Jesus war nicht mehr auf der Erde, kein anderer hatte ihm das verraten ... der Geist bewirkt auch hier wieder, dass die Sünde ans Tageslicht kommt. o Johannes 16,8-9: "8 Und wenn jener kommt, wird er die Welt überführen von Sünde und von Gerechtigkeit und vom Gericht; 9 von Sünde, weil sie nicht an mich glauben;" o Johannes 3 "20 Denn jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Werke nicht aufgedeckt werden."  Dieses Aufdecken ist im Grundtext dasselbe Wort wie in Johannes 16,8. Auch hier wird angesprochen, dass durch das Licht die Sünde aufgedeckt wird - und das ist der Heilige Geist, oder der Geist Jesu. o Offenbarung 22 "17 Und der Geist und die Braut sprechen: Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm! Und wen da dürstet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst!"  er zieht Menschen zu Gott - die dann ihrer Sünde bewusstwerden müssen o Micha 3 "8 Ich aber bin erfüllt mit Kraft, mit dem Geist des HERRN, mit Recht und Stärke, um Jakob seine Übertretung zu verkünden und Israel seine Sünde." Römer 8 ist vielleicht das wichtigste Kapitel in Bezug auf den Heiligen Geist. Denn Paulus unterteilt hier die Menschheit in 2 Gruppen: die fleischlich gesinnten und die vom Geist geführten. Es gibt keine dritte Gruppe, etwa „die Geistgetauften“ oder „Bekehrten, aber noch nicht Geistgetauften“! o „5 Denn diejenigen, die gemäß [der Wesensart] des Fleisches sind, trachten nach dem, was dem Fleisch entspricht; diejenigen aber, die gemäß [der Wesensart] des Geistes sind, [trachten] nach dem, was dem Geist entspricht. 6 Denn das Trachten des Fleisches ist Tod, das Trachten des Geistes aber Leben und Frieden, 7 weil nämlich das Trachten des Fleisches Feindschaft gegen Gott ist; denn es unterwirft sich dem Gesetz Gottes nicht, und kann es auch nicht; 8 und die im Fleisch sind, können Gott nicht gefallen. 9 Ihr aber seid nicht im Fleisch, sondern im Geist, wenn wirklich Gottes Geist in euch wohnt; wer aber den Geist des Christus nicht hat, der ist nicht sein.“ o Nicht erneuerte Menschen sind tot und können Gott nicht gefallen (Vers 8), sondern sie sind Feinde Gottes. Sie können sich dem Gesetz Gottes nicht unterwerfen. Sie hassen Gott oder/und seinen Willen o Geistlich gesinnte Menschen "9 Ihr aber seid nicht im Fleisch, sondern im Geist, wenn wirklich Gottes Geist in euch wohnt; wer aber den Geist des Christus nicht hat, der ist nicht sein. 10 Wenn aber Christus in euch ist, so ist der Leib zwar tot um der Sünde willen, der Geist aber ist Leben um der Gerechtigkeit willen. 11 Wenn aber der Geist dessen, der Jesus aus den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird derselbe, der Die speziellen Gaben o o - - Christus aus den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt. 12 So sind wir also, ihr Brüder, dem Fleisch nicht verpflichtet, gemäß dem Fleisch zu leben! 13 Denn wenn ihr gemäß dem Fleisch lebt, so müsst ihr sterben; wenn ihr aber durch den Geist die Taten des Leibes tötet, so werdet ihr leben." Lebendig gemacht worden trachten die geistlichen Menschen nach Leben und Frieden (Vers 6)  Frieden steht im Gegensatz zu Feindschaft zu Gott. Es geht also um den Frieden mit Gott.  Sie sollen die "Taten des Leibes" töten (Vers 13) - wie oben schon gesagt, hat die Erneuerung zwar bereits stattgefunden (bei der Wiedergeburt), aber die Heiligung ist ein laufender Prozess, den wir aktiv unterstützen sollen  Wir haben den Sinn Christi 1. Korinther 2 "16 denn »wer hat den Sinn des Herrn erkannt, dass er ihn belehre?«2 Wir aber haben den Sinn des Christus." Die Erneuerung und damit erst die Fähigkeit, Gott zu gefallen (Vers 8), kommt also durch die Arbeit des Heiligen Geistes, dem Author der Bibel  "14 Denn alle, die durch den Geist Gottes geleitet werden, die sind Söhne Gottes5. 15 Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, dass ihr euch wiederum fürchten müsstet, sondern ihr habt den Geist der Sohnschaft empfangen, in dem wir rufen: Abba, Vater! 16 Der Geist selbst gibt Zeugnis zusammen mit unserem Geist, dass wir Gottes Kinder sind. 17 Wenn wir aber Kinder sind, so sind wir auch Erben, nämlich Erben Gottes und Miterben des Christus; wenn wir wirklich mit ihm leiden, damit wir auch mit ihm verherrlicht werden." Übrigens unterteilt Paulus auch in 1. Korinther 2 die Menschheit wieder nur in dieselben 2 Gruppen: o „14 Ein natürlicher[8] Mensch aber nimmt nicht an, was des Geistes Gottes ist, denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt[9] wird. 15 Der geistliche ⟨Mensch⟩ dagegen beurteilt[10] zwar alles, er selbst jedoch wird von niemand beurteilt.“ Welchen Charakter bringt der Heilige Geist hervor? o Galater 5 sagt: "22 Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.". o Selbstbeherrschung! Oder Selbstkontrolle! Alles, was nicht diesem Charakter entspricht, ist nicht Gottes Geist! o Passt das nicht wieder einmal wunderbar zusammen mit 1. Kor 14? c. Konsequenzen So, es gäbe natürlich noch deutlich mehr zu sagen zum Heiligen Geist. Wichtig ist aber erst einmal, dass es nur 2 Sorten von Menschen gibt, und dass die Hauptaufgabe des Geistes darin besteht, den Menschen zur Buße zu führen. Der einzige Unterschied für einen Christen kann also nur noch darin bestehen, wie stark er sich vom Geist leiten / beeinflussen / kontrollieren lässt. Wobei wir aber schon wissen, dass nicht alle dieselben Geistesgaben erhalten. Also auch von der Seite her argumentiert: für alle eine Geistestaufe nach der Bekehrung zu fordern, die sich in Zungenrede manifestiert, wurde somit erneut eindeutig als unbiblisch widerlegt! Die Die speziellen Gaben Geistestaufe fällt normalerweise mit dem Zeitpunkt der Bekehrung zusammen – denn (es folgt ein weiterer Beweis): Betrachtet man, dass Paulus ausgerechnet zu der Gemeinde in Ephesus schreibt (in Eph 1,13): „13 In ihm ⟨seid⟩ auch ihr, als ihr das Wort der Wahrheit, das Evangelium eures Heils[11], gehört habt und gläubig geworden seid, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist der Verheißung.“ Warum „ausgerechnet zu Ephesus“? Na, weil Du Apg 19,1-7 ansprichst, was in Ephesus stattfand: an die Gemeinde in Ephesus schreibt er, dass sie alle mit dem Heiligen Geist versiegelt wurden, an dem Tag, an dem sie gläubig wurden – eben genau im Gegensatz zu denjenigen in Apostelgeschichte 19. Es liest sich exakt als eine Antwort auf eine fiktive oder vielleicht sogar echt gestellte Frage einiger Gemeindemitglieder wie etwa „als Du in Ephesus den Jüngern die Hände aufgelegt hast, haben sie den Heiligen Geist empfangen. Was aber ist mit uns?“ Und die Anzahl der Gemeindemitglieder war sicherlich höher als die Anzahl der 12 Jünger in Apg 19 – man kann wohl davon ausgehen, dass die Jünger in Apg 19 Gemeindemitglieder wurden und noch mindestens weitere 12 hinzukamen – es gab ja noch keine anderen Gemeinden damals, wo sie sonst hingehen hätten können ;-)) Also auch, wenn man eine Norm an der Mehrheit definieren würde, wäre das der Beweis. Und wenn nicht: dann hätte Paulus damit entweder gesagt, dass sie gar nicht durch die Begegnung mit ihm versiegelt wurden (das würde keinen Sinn ergeben), oder er hätte sich widersprochen! Ja, sorry, jetzt braucht man halt nur noch all diese Gedankengänge zusammenführen, um zum Schluss kommen zu müssen: doch, es gibt eine Norm, und es ist genau die, dass im Moment der Bekehrung der Mensch mit dem Heiligen Geist versiegelt wird – es entspricht dem, was Paulus schreibt. Aber richtig: „Ausnahmen bestätigen die Regel“ – so auch hier. d. Die Ausnahmen in der Apostelgeschichte Jetzt endlich lass mich Stellung beziehen zu den Ausnahmen in der Apostelgeschichte. So kompliziert ist es nicht mehr – das Meiste ist schon gesagt … - - Apg 8, 15-17: Jünger in Samaria, Sprachengebet wird nicht erwähnt o Vers 16 ist hier wichtig: „16 denn er war noch auf keinen von ihnen gefallen, sondern sie waren allein getauft auf den Namen des Herrn Jesus.“ o Aha, wer hatte sie denn „nur“ auf den Namen des Herrn Jesus getauft? Das muss ja vor Jesu Tod gewesen sein … die Jünger hatten noch nicht getauft! o Johannes der Täufer muss es gewesen sein, wie in Apg 19! Apg 11,15-18: Petrus in Joppe erzählt von den Frischbekehrten aus Cäsarea, die wohl dann dieselbe Geisterfüllung erlebten wie in Apg 2 – dazu gleich mehr Apg 19,1-7: Jünger in Ephesus, reden dann in Sprachen und weissagen o Vers 3 ist hier wichtig: „3 Und er sprach: Worauf seid ihr denn getauft worden? Sie aber sagten: Auf die Taufe des Johannes.“ Zentral zum richtigen Verständnis der Apostelgeschichte sind Jesu letzte Worte in 1,8: „8 Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist; und ihr werdet meine Zeugen sein, sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa (Cäsarea) und Samaria und bis an das Ende der Erde. (Ephesus)“ [Ein Blick auf die Landkarten in den Bibeln lohnt sich immer mal …] Die speziellen Gaben In Verbindung mit dem Wissen, dass die Juden sich immer von den Heiden abzugrenzen zu müssen glaubten, und dass an Pfingsten in Apg 2 der Heilige Geist nur auf die Juden bzw. auf die sich in Jerusalem aufhaltenden Personen gekommen war. Apostelgeschichte Kapitel 8 und 19 lassen sich ganz einfach mit dem Umstand Johannes‘ des Täufers erklären – der Heilige Geist war noch nicht in der Gemeinde oder jedenfalls nicht mit Macht, nicht sichtbar, angekommen (Joh 20,22 bezieht sich ja nur auf die Jünger: „22 Und als er dies gesagt hatte, hauchte er sie an und spricht zu ihnen: Empfangt Heiligen Geist!“). Und so konnte Johannes der Täufer nicht mit dem Heiligen Geist taufen, was er selber ausspricht in Matt 3,11: „11 Ich zwar taufe euch mit[5] Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt, ist stärker als ich, dessen Sandalen zu tragen ich nicht würdig bin; er wird euch mit[6] Heiligem Geist und Feuer taufen;“ (kurze Frage am Rande: was ist wohl die Taufe mit Feuer? ;-)) Daher musste an diesen beiden Ereignissen die Taufe mit dem Heiligen Geist nachgeholt werden. Gleichzeitig dienten diese Ereignisse auf fantastische Weise als Zeichen – nicht nur für die Bekehrten, sondern gerade für die „Bekehrer“ – die Apostel. Nun also zu Apostelgeschichte 11: hier muss man wieder einmal ALLES lesen, um es richtig zu verstehen. Petrus verteidigt sich vor denen „aus der Beschneidung“: „5 Ich war in der Stadt Joppe im Gebet, und ich sah in einer Verzückung eine Erscheinung, wie ein Gefäß herabkam, gleich einem großen leinenen Tuch, an vier Zipfeln herabgelassen aus dem Himmel; und es kam bis zu mir. 6 Und als ich gespannt hineinschaute, bemerkte und sah ich die vierfüßigen Tiere der Erde und die wilden Tiere und die kriechenden und die Vögel des Himmels. 7 Ich hörte aber auch eine Stimme, die zu mir sagte: Steh auf, Petrus, schlachte und iss! 8 Ich sprach aber: Keineswegs, Herr! Denn niemals ist Gemeines[1] oder Unreines in meinen Mund gekommen. 9 Eine Stimme aber antwortete zum zweiten Mal aus dem Himmel: Was Gott gereinigt hat, mach du nicht gemein! 10 Dies aber geschah dreimal; und alles wurde wieder hinaufgezogen in den Himmel. 11 Und siehe, sogleich standen vor dem Haus, in dem ich war, drei Männer, die von Cäsarea zu mir gesandt waren. 12 Der Geist aber sagte mir, ich solle ohne Bedenken mit ihnen gehen. Es kamen aber auch diese sechs Brüder mit mir, und wir kehrten in das Haus des Mannes ein. 13 Und er erzählte uns, wie er den Engel in seinem Haus habe stehen sehen und sagen: Sende nach Joppe und lass Simon mit dem Beinamen Petrus holen! 14 Der wird Worte zu dir reden, durch die du gerettet werden wirst, du und dein ganzes Haus. 15 Während ich aber zu reden begann, fiel der Heilige Geist auf sie, so wie auch auf uns im Anfang. 16 Ich erinnerte mich aber an das Wort des Herrn, wie er sagte: Johannes taufte zwar mit Wasser, ihr aber werdet mit[2] Heiligem Geist getauft werden. 17 Wenn nun Gott ihnen die gleiche Gabe gegeben hat wie auch uns, die wir an den Herrn Jesus Christus geglaubt haben, wer war ich, dass ich hätte Gott wehren können?“ - - - Petrus hatte zwar diesen Traum (original berichtet in Kap 10), aber er weigerte sich dreimal, Gott zu gehorchen, so verbohrt war er in seiner Ansicht, dass er nicht zu „den Unreinen“ gehen dürfe! Als äußeres Zeichen, dass Gott künftig keinen Unterschied mehr machen würde zwischen Judenchristen und Heidenchristen, was war da die beste Methode? Ihnen für Petrus sichtbar dasselbe Ereignis zuteilwerden zu lassen – sichtbar durch Sprachengebet Und wieder wird hier erwähnt: Johannes der Täufer – es handelte sich ebenfalls um eine Ausnahme, was den zeitlichen Ablauf zwischen Bekehrung und Geistestaufe angeht Die speziellen Gaben - Es ist doch erstaunlich, dass die letzten Worte Jesu aus Apg 1,8 im Grund genommen als Prophetie verstanden werden müssen auf exakt diese drei Ereignisse! Sehr interessant und eigentlich wichtig zu bemerken ist darüber hinaus die Tatsache, dass die Samariter einen jüdischen Dialekt sprachen, und sich also mit Juden gut verständigen konnten – das wird ja auch im Gleichnis vom barmherzigen Samariter oder der samaritischen Frau am Brunnen deutlich. Dem entsprechend wird auch in Apostelgeschichte 8 nichts erwähnt von der Geisteswirkung des Sprachengebets. Das deutet einmal mehr daraufhin, dass Sprachengebet in der Apostelgeschichte immer nur dann in Erscheinung trat, wenn es darum ging, Ausländern den Herrn zu bezeugen oder im Gegenzug den Judenchristen zu zeigen, dass das Evangelium auch den Ausländern galt. d. Gibt es moderne Apostel? Klare biblische Antwort: nein. Man muss schon viel Eisegese betreiben, um das begründen zu können. Denn immerhin berichtet Johannes „aus der Zukunft“, dass es nur 12 Apostel gibt, und zwar in Offb 21, „14 Und die Mauer der Stadt hatte zwölf Grundsteine und auf ihnen die zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes.“. Außerdem symbolisieren die 12 Apostel eine Fortführung der 12 Stämme Israels. Jesus führte diesen Dienst ein, so wie es in seinem Gebet zum Ausdruck kommt: Joh 17, „18 Wie du mich gesandt hast in die Welt, so habe auch ich sie in die Welt gesandt.“ (er redet hier von seinen Jüngern, wie aus dem Kontext ersichtlich). Um „Gesandter“ zu sein, muss man also - Jesus persönlich begegnet sein Von Jesus direkt beauftragt worden sein Zeuge seiner Auferstehung sein Natürlich ist das nicht nur der Logik, sondern auch der Bibel entnommen: - - So fordert Petrus in Apg 1, „21 So muss nun einer von den Männern, die bei uns gewesen sind die ganze Zeit über, als der Herr Jesus unter uns ein und aus gegangen ist – 22 seit seiner Taufe durch Johannes bis zu dem Tag, an dem er von uns genommen wurde –, mit uns Zeuge seiner Auferstehung werden.“ Paulus erwähnt nebenbei in seiner Verteidigung in 1. Kor 9, „1 Bin ich nicht frei? Bin ich nicht ein Apostel? Habe ich nicht Jesus, unsern Herrn, gesehen? Seid nicht ihr mein Werk in dem Herrn?“ Da nach dem Tod Judas‘ die 11 übriggebliebenen Apostel Matthias als Ersatz wählten, Jesus aber Paulus vorsah, wurde Paulus immer wieder mit Vorwürfen konfrontiert, dass er kein echter Apostel sei. Und so erwähnt seine Verteidigungsrede im Galaterbrief genau diese Begründungen: - Gal 1, „11 Denn ich tue euch kund, Brüder und Schwestern, dass das Evangelium, das von mir gepredigt ist, nicht von menschlicher Art ist. 12 Denn ich habe es nicht von einem Menschen empfangen oder gelernt, sondern durch eine Offenbarung Jesu Christi.“ Die speziellen Gaben - - Gal 1, „15 Als es aber Gott wohlgefiel, der mich von meiner Mutter Leib an ausgesondert und durch seine Gnade berufen hat, 16 dass er seinen Sohn offenbarte in mir, damit ich ihn durchs Evangelium verkündigen sollte unter den Heiden, …“ Er ist wohl Jesus im Himmel begegnet, wie er in 2. Kor 12 andeutet: „2 Ich kenne einen Menschen in Christus; vor vierzehn Jahren – ist er im Leib gewesen? Ich weiß es nicht; oder ist er außer dem Leib gewesen? Ich weiß es nicht; Gott weiß es –, da wurde derselbe entrückt bis in den dritten Himmel.“ Ein Kennzeichen wird nebenher noch anderswo erwähnt, in Apg 5,12a: „Es geschahen aber viele Zeichen und Wunder im Volk durch die Hände der Apostel;“ Der Blick aus der Prophetie in der Offenbarung ist also wieder einmal mit dem Rest der Schrift in völligem Einklang, und von daher ist diese Art, die Frage zu lösen, ob noch weitere Apostel der Moderne hinzukommen könnten, extrem einfach und bequem… Wenn dann also beispielsweise Stellen wie Eph 4,11 zur Begründung herangezogen werden, warum es neue Apostel gäbe, so ist das einfach völlig belanglos: - Eph 4 „11 Und er selbst gab den Heiligen die einen als Apostel, andere als Propheten, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer,“ Okay – so what ? ;-)) Interessant dabei ist auch hier wieder die Genauigkeit der Bibel. Denn es heißt ja in Joh 1, „18 Niemand hat Gott je gesehen; der Eingeborene, der Gott ist und in des Vaters Schoß ist, der hat es verkündigt.“, was genau das bedeutet, was es sagt („keiner hat Gott je gesehen“) und genau das sagt, was es bedeutet („keiner hat Gott je gesehen“). Aber Gott gesehen zu haben fordert weder Petrus in seiner „Jobbeschreibung“ noch behauptet es Paulus in seiner ausführlichen Verteidigung des Galaterbriefes. Eine weitere Stelle, die betont, dass man Gott nicht sehen kann, ist 1. Tim 6,16: „der allein Unsterblichkeit hat und ein unzugängliches Licht bewohnt, den keiner der Menschen gesehen hat, auch nicht sehen kann. Dem sei Ehre und ewige Macht! Amen“. Und außerdem heißt es an mehreren Stellen, dass Gott Geist ist, z.B. Joh 4, „24 Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten“ Was jetzt? Hat Paulus Gott gesehen oder ist er ihm nur begegnet? - Komisch, oder: in 1. Kor 9,1 sagt Paulus, der habe Gott gesehen Im 2. Brief an die Korinther 12,2 spricht er nur noch davon, dass er Gott begegnet sei Und in seiner ausführlichen Verteidigung im Galaterbrief spricht er auch nur von „begegnet“ Und wir wissen, dass ein Mensch nicht Gott sehen kann – aber natürlich Jesus zu der Zeit, als er leiblich auf Erden war Die Möglichkeit, dass er nur Jesus gesehen hat, und nicht den Vater, funktioniert nicht, weil Jesus zum Zeitpunkt seiner Bekehrung ja schon längst wieder zur Rechten des Vaters saß Das wäre jetzt ein super Beispiel für die Notwendigkeit eins Wortstudiums. Heißt das „gesehen“ in 1. Kor 9,1 wirklich „von Auge zu Auge“ sehen? Die speziellen Gaben Das ist ein exzellentes Beispiel eines nicht schnell aufzulösenden Widerspruchs. In solchen Fällen ist es wichtig, nicht aus der Spur zu geraten. Wir müssen eine Lösung finden, die sich innerhalb der gesicherten Aussagen bewegt, die gerade genannt wurden. Da sich die fragwürdige Stelle klar in jeder Hinsicht in der Minderheit befindet (Paulus benutzt nur einmal das Wort „gesehen“), darf man daraus auf keinen Fall eine allgemeine Aussage formulieren, etwa wie: „da Paulus Gott gesehen hat, kann das jedem passieren“. Denn die überragende Mehrheit der Bibelstellen besagt, dass Gott Geist ist, dass Jesus auferstanden beim Vater ist, dass Gott Vater und Jesus eine Person ist, und dass der Mensch Gott noch nie gesehen hat, und dass das auch nicht möglich ist. Die Argumentation, sich als einen neuen Apostel bezeichnen zu dürfen, würde also wahrscheinlich ungefähr so aussehen: - Die Apostel wurden von Gott gesandt – ich auch Paulus hat Jesus gesehen – ich auch Die Apostel konnten Wunder vollbringen – ich auch Die Apostel haben das Evangelium wesentlich geprägt und weitergegeben – ich auch Gottes Wort wurde durch die Apostel weitergegeben – durch mich auch Und die Stelle in der Offenbarung bezieht sich nur auf die Ursprungsapostel Das Problem daran ist: die biblischen Aussagen werden in den einzelnen Punkten so verbogen, dass man immer das, was einem passt, gelten lässt, aber das, was einem widerspricht, ignoriert. Und das ist genau das, was ich am Kapitelanfang erwähnte: man muss schon viel Eisegese betreiben, um das begründen zu können. Wer das nicht tun will, und sich lieber von der Bibel korrigieren lassen will, muss zum Schluss kommen, dass Verirrungen wie die „neuapostolische Kirche“ oder die NAR („New Apostolic Reformation“) nicht nur als falsch, sondern als deutliche Irrlehren und –wege entlarvt sind. e. Wie wird man geisterfüllt? Eine Frage, die bisher unbeantwortet blieb, aber immer so „im Raum schwebt“, ist: wie lässt man sich denn mit dem Heiligen Geist füllen? Soweit ich weiß, gibt es nur eine Stelle, die das direkt formuliert: Eph 5, „18 Und sauft euch nicht voll Wein, woraus ein unordentliches Wesen folgt, sondern lasst euch vom Geist erfüllen. 19 Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen 20 und sagt Dank Gott, dem Vater, allezeit für alles, im Namen unseres Herrn Jesus Christus.“ Auch hier lohnt sich wieder der Vergleich mit gängiger Praxis in charismatischen Gemeinden … Die speziellen Gaben Schluss Jetzt hab ich mal mein Bibelverständnis in Bezug auf die speziellen Geistesgaben beschrieben, und alles, was damit mehr oder weniger zusammenhängt, versucht miteinzubeziehen. Und man sollte es als Ganzes betrachten. Natürlich fällt es bei manchen Themen schwer, eine Abgrenzung vorzunehmen, und man könnte in vielen Bereich noch tiefer ins Detail gehen. Aber irgendwo muss man ja aufhören. Wenn Du bei einzelnen Versen denkst, dass sie anderen, hier noch nicht erwähnten Versen widersprechen, bin ich interessiert daran, sie kennenzulernen und darüber nachzudenken. In Einzelaussagen kann ich mich natürlich unklar ausgedrückt haben, Punkte nicht berücksichtigt haben oder mich ganz einfach geirrt haben. Von der Gesamtaussage bin ich aber felsenfest überzeugt: das, was moderne Gemeinden und Bewegungen als Geistesgaben präsentieren, entspricht zu 99% nicht dem, was in der Bibel präsentiert wird, und was sie von den Christen fordert. ========================================== Sodala, zum Schluss noch einen Link, bei dem der Papst eine Videobotschaft zur Versöhnung an eine Pastorenversammlung unter Kenneth Copeland sendet (eine Version davon gibt es (oder gab es zumindest mal) auch auf der Website des Vatikans): https://www.youtube.com/watch?v=uA4EPOfic5A&t=227s Liebe Grüße, Simon