Geistestaufe geschieht im Moment der Bekehrung: Titus 3 "5 da hat er uns nicht um der Werke der Gerechtigkeit willen, die wir getan hätten, sondern aufgrund seiner Barmherzigkeit errettet durch das Bad der Wiedergeburt und durch die Erneuerung des Heiligen Geistes," Was noch offen ist, ist die riesengroße und komplizierte Diskussion, ob die speziellen Geistesgaben aufgehört haben oder nicht (Cessationism – Continuism: John Piper kann sich selbst nicht entscheiden und fasst daher beide Argumentationen gut zusammen). Diese Diskussion hat auf beiden Seiten unterstützende Bibelstellen und ist daher mehr oder weniger einfach eine Frage der überzeugung. Daher will ich mich dort auch nicht festlegen. Aber es gibt einen viel besseren Ansatz (wie in meiner letzten Mail angedeutet): vergleichen wir doch einfach mal die 3 „speziellen“ Gaben der Bibel mit ihren modernen „Interpretationen“: - Zungenrede o Waren echte Sprachen o Konnten verstanden werden und sie wurden zur Evangelisation eingesetzt o Wurden durch Paulus auf eine bestimmte Nutzungsart in der Gemeinde begrenzt - Heilung o War nicht abhängig vom Glauben des Patienten o Waren daürhaft o Konnten von ärzten nachgeprüft werden o Wurden von einem Moment auf den nächsten wirksam - Prophetie o Waren garantiert zuverlässig o Waren durch das Gebot, einen falschen Propheten zu steinigen, geschützt  Falsche Propheten waren solche, deren Prophetien nicht eintrafen  Oder solche, die zum Abfall vom wahren Gott rieten o Oft schonungslose Ankündigungen von Gericht Meine Einstellung ist ganz einfach: zeig mir eine moderne Gabe, die der biblischen entspricht, und ich bin sicherlich begeistert! Ich glaube nicht, dass der Heilige Geist aufgehört hat, zu wirken. Aber das, was man landauf landab sieht, bestärkt mich eher in der Annahme, dass diese Gaben ihre besondere Rolle unter den Propheten und Aposteln hatten: - Zungenrede o Gebrabbel oder ekstatisches Gekreische – jedenfalls keine echten Sprachen o Unterstützen das, was Paulus nicht will, nämlich dass der Außenstehende Chaos wahrnimmt o Alles durcheinander und keiner interpretiert - Heilung o Allenfalls psychosomatische Placebo-Effekte (wenn nicht einfach menschlich oder dämonisch motiviertes Gezappel oder Umkippen) o Nicht daürhaft o Noch nicht ein einziges Mal medizinisch nachgewiesen o Abhängig vom Glauben des Patienten o Benötigt immer eine Aufwärmphase - Prophetie o Allgemeinplätze oder o Bauchkitzelnde, wohlklingen Aussagen von Vergrößerung, Erweiterung, Ausdehnung … o Oft ungenau o Oft nicht zutreffend (Mike Bickle von IHOP (International House Of Prayer) – also einer Pionierbewegung im NAR (New Apostolic Reformation) mit extremer Gewichtung auf Geistesgaben (Stichwort „signs and wonders“) gibt selbst zu, dass 80% bis 90% nicht zutreffen) A) Zungenrede Zur Zungenrede ist erst einmal Folgendes ganz klar festzuhalten (ich glaube nicht, dass irgendjemand widersprechen kann): - Jesus hat nie in Zungen gebetet oder es verlangt - Kein Author der Evangelien verlangt es - Kein einziges Buch im NT verlangt es - Es steht nirgends, dass es gelehrt oder gelernt werden könnte, obwohl die Gabe der übersetzung erwähnt wird - Zungenrede als Ereignis kommt genau dreimal vor: Apg 2, 10, 19 - Apostelgeschichte 2: - das Sprachenwunder ist nicht nur ein Redewunder, sondern auch ein Verständniswunder - dadurch wussten die Jünger, dass der angekündigte Geist gekommen war - wenn später Heiden, nachdem sie zum Glauben gekommen waren, auch so beteten, wussten die Jünger, dass sie wirklich Buße getan und zum Glauben gekommen waren (denn sie erlebten dasselbe Sprachenwunder wie an Pfingsten), und dass die Heidenmission tatsächlich Gottes Wille war (Apostelgeschichte 11) - es waren mehrere echte Sprachen, die aufgelistet werden - dadurch konnte das Evangelium in das römische Reich ausgebreitet werden - Sprache war kein Hindernis mehr - Apostelgeschichte 10: - Petrus sollte das Evangelium Kornelius, einem römischen Soldaten, weitergeben, wovon er sich anfangs weigerte - nachdem Kornelius und sein Haus jedoch gläubig geworden war, und dasselbe Wunder erlebten und Petrus dies sah, wusste er, dass sie auch gerettet waren - beim Konzil in Apostelgeschichte 11 überzeugt er, indem er von diesem Wunder berichtet. So wird die Heidenmission akzeptiert - Apostelgeschichte 19: - Paulus begegnet Jüngern in Ephesus, die nur mit der Bußtaufe getauft worden waren - "4 Da sprach Paulus: Johannes hat mit einer Taufe der Buße getauft und dem Volk gesagt, dass sie an den glauben sollten, der nach ihm kommt, das heißt an den Christus Jesus. 5 Als sie das hörten, ließen sie sich taufen auf den Namen des Herrn Jesus." - Wahrscheinlich hatten sie nicht einmal irgendetwas von Jesus gehört - durch Paulus aber dann schon - Durch das Sprachenwunder wird Paulus als Apostel für die Heiden bestätigt Jetzt zum Korintherbrief. Korinth war geplagt von sexüller Unmoral, von Parteiungen, Mitgliedsausschüssen, Irrlehren und Zungenrede mit falschen Geistern. Ja, ganz klar! Warum sonst muss der Author des Römerbriefes, der heilige Geist (die Bibel ist inspiriertes Wort, richtig?), den "heiligen Geist", der für die Zungenrede verantwortlich ist, zurechtweisen? Damit ist nicht gesagt, dass jede Zungenrede vom falschen Geist war - aber in jedem Fall gab es ungöttliche Zungenrede! Also legt Paulus strikte Regeln fest, und zwar als Gebot Gottes: 1. Korinther 14 "37 Wenn jemand glaubt, ein Prophet zu sein oder geistlich, der erkenne, dass die Dinge, die ich euch schreibe, Gebote des Herrn sind." Dann fügt er sarkastisch hinzu "38 Wenn es aber jemand missachten will, der missachte es!" Dieser letzte Satz kann nur Sarkasmus sein - oder an welcher anderen Stelle in der gesamten Bibel steht jemals, dass man ein Gebot des Herrn missachten kann, wenn man will? Die Regeln (für die Gemeinde) sind: - zwei, höchstens drei - hintereinander, nicht gleichzeitig - mit Interpretation - keine Fraün! Ja - bedenke, dass der berühmte Satz, dass die Frau schweigen soll, ausgerechnet in diesem Abschnitt steht: "28 Ist aber kein Ausleger da, so schweige er in der Gemeinde; er mag aber für sich selbst und für Gott reden. 29 Propheten aber sollen zwei oder drei reden, und die anderen sollen es beurteilen. 30 Wenn aber einem anderen, der dasitzt, eine Offenbarung zuteilwird, so soll der erste schweigen. 31 Denn ihr könnt alle einer nach dem anderen weissagen, damit alle lernen und alle ermahnt werden. 32 Und die Geister der Propheten sind den Propheten untertan. 33 Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens, wie in allen Gemeinden der Heiligen. 34 Eure Fraün sollen in den Gemeinden schweigen; denn es ist ihnen nicht gestattet zu reden, sondern sie sollen sich unterordnen, wie es auch das Gesetz sagt." Biblische Zungenrede ist also - kein ekstatisches Stammeln - nicht erlern- oder verbesserbar - nicht auf Kommando abrufbar Es ist nicht notwendig - 1. Korinther 12 "29 Sind etwa alle Apostel? Sind etwa alle Propheten? Sind etwa alle Lehrer? Haben etwa alle Wunderkräfte? 30 Haben alle Gnadengaben der Heilungen? Reden alle in Sprachen? Können alle auslegen?" Eine Reihe rhetorischer Fragen, die alle mit "Nein" zu beantworten sind. Es ist auch kein Zeichen von geistlicher Reife, denn ausgerechnet in dem Zusammenhang schreibt Paulus 1. Korinther 14 "20 Ihr Brüder, werdet nicht Kinder im Verständnis, sondern in der Bosheit seid Unmündige, im Verständnis aber werdet erwachsen." Außerdem ist Weissagung viel wertvoller, also das Demaskieren der Sünde (warum wohl? weil dadurch die Menschen zum Glauben finden können) - danach soll man als erstes streben 1. Korinther 14 "1 Strebt nach der Liebe, doch bemüht euch auch eifrig um die Geisteswirkungen; am meisten aber, dass ihr weissagt! 23 Wenn nun die ganze Gemeinde am selben Ort zusammenkäme, und alle würden in Sprachen reden, und es kämen Unkundige oder Ungläubige herein, würden sie nicht sagen, dass ihr von Sinnen seid? 24 Wenn aber alle weissagten, und es käme ein Ungläubiger oder Unkundiger herein, so würde er von allen überführt, von allen erforscht;" Hier möchte ich nochmal einhaken: wenn es so aussieht, dass ob alle verrückt sind, entspricht das nicht Gottes Willen! Gott, ein Gott der Ordnung, wird dadurch also nicht geehrt, sondern entehrt! Andererseits schreibt Paulus in 1. Korinther 14 "39 Also, ihr Brüder, strebt danach, zu weissagen, und das Reden in Sprachen verhindert nicht. 40 Lasst alles anständig und ordentlich zugehen!". Wenn also eine Zungenrede all diesen Regeln entspricht (und in diesem Sinne auch wirklich geistig ist), würde ich sie sehr gerne einmal hören. Leider hab ich das noch nicht ein einziges Mal gesehen oder gehört - und glaubt mir, ich hab schon viel erlebt. Ich war mit 16 Jahren in LoveEurope, dann 4 Jahre am Stück Sommerfreizeiten mit OM geleitet, mit 20 in Eutin (Zivildienst), wo immer wieder äußerst skuril anmutende charismatische Gemeinden eine Freizeit machten. Mit 23 ein halbes Jahr in Südafrika und dort ziemlich oft verschiedene charismatische Gemeinden besucht. Alles war immer nur ein Gestammel, alle durcheinander, keiner hat übersetzt, manchmal wurde uns sogar befohlen, alle gleichzeitig irgendwelche Laute von sich zu geben... Warum kann man nicht, wenn man gerade mit dem heiligen Geist in besonderer Weise verbunden ist, den Regeln der Bibel folgen? Oder folgt der Geist seinen eigenen Regeln nicht? Es ist ein "Gebot des Herrn"! Oh, was für ein Missbrauch - wie wird oft der Name des Herrn in den Dreck gezogen... B) Kontrolle Das Phänomen des "slain in the spirit" oder "ermordet im geist"... Ich möchte auch hier einen Vers vorausschicken, 1. Timotheus 4 "1 Der Geist aber sagt ausdrücklich, dass in späteren Zeiten etliche vom Glauben abfallen und sich irreführenden Geistern und Lehren der Dämonen zuwenden werden" - sie werden sich nicht nur den Lehren der Dämonen zuwenden, sondern den Dämonen selbst! Nirgendwo in der Bibel lässt sich so etwas entdecken, was seit Torontho in die Gemeinden gekommen ist (soweit ich weiß, war "drunk in the spirit" und "slain in the spirit" zum ersten Mal in Torontho aufgekommen). Das heißt ja nicht gleich, dass es falsch ist, denn Autos kommen auch nicht in der Bibel vor. Was gibt es für Situationen in der Bibel, in denen Leute nach hinten umfallen wegen der Präsenz Gottes? - Judas' Soldaten in Johannes 18 "5 Sie antworteten ihm: Jesus, den Nazarener! Jesus spricht zu ihnen: Ich bin’s! Es stand aber auch Judas bei ihnen, der ihn verriet. 6 Als er nun zu ihnen sprach: Ich bin’s!, wichen sie alle zurück und fielen zu Boden." - Saulus in Apostel 9 "4 Und er fiel auf die Erde und hörte eine Stimme, die zu ihm sprach: Saul! Saul! Warum verfolgst du mich?" Bemerkenswert ist, dass diese Leute sich in Rebellion gegen Gott befanden. Situationen, in denen Gläubige in Ehrfurcht Gott begegnet sind, sahen anders aus - sie sind auf ihr Angesicht gefallen, bis ihnen anschließend wieder aufgeholfen wurde! - Daniel 10 "9 Und ich hörte den Klang seiner Worte; als ich aber den Klang seiner Worte hörte, sank ich ohnmächtig auf mein Angesicht zur Erde nieder. Ein Engel stärkt Daniel. Der Kampf der Engelmächte 10 Und siehe, eine Hand rührte mich an, sodass ich mich zitternd auf meine Knie und Hände stützen konnte." - Johannes in Offenbarung 1 "17 Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen nieder wie tot. Und er legte seine rechte Hand auf mich und sprach zu mir: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte" Das mit nach vorne oder nach hinten fallen würde ich nicht überbewerten. Aber es ist schon von Bedeutung: denn wenn man nach hinten fällt, kann man sich ernsthaft verletzen! Und jetzt kommt der Schocker: Benny Hinn wurde verklagt, da er einer Frau, auf deren Hüfte ein Mensch derart stark drauf gefallen war, dass sie extreme Schmerzen hatte, davon abhielt, medizinisch behandelt zu werden, sondern ihr nur gut zuredete, dass Gott sie heilen würde. Nach 2 Wochen erlag die Frau ihren Schmerzen (und starb also). Summe der Anklage war 5 Millionen. Hier nachzulesen: http://m.newsok.com/article/2196182 Soweit ich weiß, führte man erst danach die "Catcher" ein, die die Leute auffingen beim Rückwärts-Fallen. Bei Daniel und Johannes war es wie gesagt Gott... Hm, ich hab da mal eine Rückfrage... wir reden von Gott, dem Allmächtigen, der uns liebt. Wieso ist er denn nicht stark genug, darauf aufzupassen, dass nichts passiert? Ist er in dem Moment zu beschäftigt? Oder könnte es sein, dass ihm das total egal ist? Noch dazu, dass Benny Hinn sich einen Spaß zu machen scheint, wenn er mit der Jacke wedelt, um so die Leute zum Fallen zu bewegen... ich werd einfach nicht das starke Gefühl los, dass er seine Macht auch genießt... den Link schick ich jetzt nicht, weil Ihr Euch den eh nicht anschaün würdet... Nein, sorry, das kann nicht Gottes Geist sein, der eine Anbetungssituation (denn das war es doch von der Frau aus so) zu einem Mord nutzt - oder in Kauf nimmt (wobei er doch die volle Kontrolle hat - also kann von "in Kauf nehmen" keine Rede sein, daher ist "Mord" das richtige Wort).